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Haltung von Chinchillas

Chinchillas sind nacht- und dämmerungsaktive Tiere und somit nicht für die Haltung für Kinder geeignet. Die Wildbestände in den Anden wurden drastisch reduziert und somit entsprechende Schutzgesetze erlassen. Unsere als Haustiere gehaltenen Chinchillas stammen daher aus der Pelztierzucht. Die Haltung als Heimtiere begann erst in den 70er Jahren und somit sind sie noch  wenig domestiziert, relativ scheu und stressempfindlich. Ebenfalls Eigenschaften, die sie nicht zu Streicheltieren für Kinder machen.

chinchilla

In freier Wildbahn leben sie in Familienverbänden, also ein Paar und seine weiblichen Nachkommen. Eine paarweise Haltung ist daher zu empfehlen. In der Regel können zwei weibliche Tiere oder ein weibliches mit einem kastrierten Männchen gut zusammen gehalten werden, wenn die Tiere als Jungtiere aneinander gewöhnt werden.
Bei Gruppenhaltung bildet sich eine Rangordnung aus. Eine Zusammengewöhnung erwachsener Tiere kann sich eventuell schwieriger gestalten und zu aggressivem Verhalten mit schweren Verletzungen führen.
Wird eine Vergesellschaftung mit neuen Partnertieren versucht, müssen die Tiere daher langsam und kontrolliert zusammengeführt werden.

Eine Vergesellschaftung mit anderen Nagetieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen  ist durch unterschiedliche Haltungs- und Ernährungsansprüche, aber auch durch unterschiedliche Verhaltensweisen nicht möglich. Chinchillas reagieren auch hier sehr aggressiv!

Hunde, Katzen oder große Vögel bedeuten für die Tiere oft Stress (Sicht, Geruch oder Akkustik) und werden als Bedrohung empfunden.

Haltung

Da die Tiere sehr bewegungsaktiv sind, sollte der Käfig möglichst groß sein.
Die Mindestmaße betragen  120 x 60  x 100 cm (LxBxH).
Der Standort sollte ruhig, etwas erhöht und nicht zu hell sein, der Käfig am besten rückseitig geschlossen. Die optimale Umgebungstemperatur liegt bei 18 bis 24°C. Da sie sich gerne in unterschiedlichen Ebenen aufhalten und auch springen, sind höhere Volieren sehr gut geeignet. Zur Käfiggestaltung verwendet man in unterschiedlichen Ebenen angebrachte Bretter, Korkröhren und Klettermöglichkeiten.
Zur Befriedigung des extremen Nagetriebs bietet man Äste von ungespritzten Obstbäumen an.

Auch das Schlafhäuschen, am besten aus Holz, sollte  erhöht angebracht sein.
Frisches Wasser wird am besten in einer Trinkflasche, Heu in einer Heuraufe angeboten.
Für ihre  Sandbäder sollte einmal täglich ein Sandbad mit speziellem Chinchillasand zur Verfügung gestellt werden. Sandbäder dienen der Fellpflege und dem Stressabbau. Auf keinen Fall darf Vogelsand verwendet werden, da er schärfer ist und zu Hautverletzungen führen können.
Als Einstreu eignen sich  handelsübliche Kleintierspäne. Nicht geeignet ist Zeitungspapier (toxisch), Stroh (Einspießen) oder Katzenstreu (Aufnahme und Verklumpung im Darm).

Freilauf

Freilauf von 5 – 6 Stunden/Tag kommt dem ausgeprägten Bewegungsdrang der Tiere sehr entgegen. Allerdings muss dieser tiergerecht und sicher gestaltet werden. Wie andere Nagetiere beißen sie gerne in Elektrokabel, aber auch Kübel mit Wasser oder Toiletten stellen tödliche Fallen für die springfreudigen Chinchillas dar.
Es versteht sich von selbst, dass giftige Pflanzen für die Tiere nicht zugänglich sein dürfen.
Am sichersten ist es, die Tiere während des Freilaufs zu beaufsichtigen.

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