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Aktuelle Impfempfehlung beim Hund

Warum impfen wir unsere Hunde?

Hunde werden zum einen geimpft, um den Menschen vor der Übertragung von Infektionskrankheiten zu schützen. Nach wie vor ist die Tollwut eine für den Menschen tödlich verlaufende Erkrankung. Auch die Leptospirose kann auf den Menschen übertragen werden.

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Zum anderen ist es natürlich wichtig den maximalen Schutz des Einzeltieres vor bestimmten Infektionskrankheiten zu erzielen. Denn nach wie vor können einige Infektionskrankheiten unserer Hunde trotz intensiver Therapie tödlich verlaufen.
Gott sei dank haben durch die frühe Entwicklung wirksamer Impfstoffe und deren konsequente Anwendung die klassischen Infektionskrankheiten ihren seuchenhaften Charakter verloren. Aber gerade jetzt besteht die Gefahr einer auftretenden Impfmüdigkeit. Die Erfahrung hat gezeigt, dass nach einer gewissen Zeit, in der Impfungen vernachlässigt oder nicht mehr durchgeführt werden, diese Seuchen wieder vermehrt auftreten.

Die Grundimmunisierung des Welpen

Unter Grundimmunisierung versteht man die ersten in gewissen Abständen durchzuführenden Impfungen. Die Grundimmunisierung ist die wichtigste Immunisierung des Hundes und muss bei jedem Welpen durchgeführt werden.
Neuere Studien haben gezeigt, dass mit dem früher üblichen Impfschema 30% der Hunde im ersten Lebensjahr keinen ausreichenden Schutz vor Staupe und 10% vor Parvovirose hatten.
Bisher kam diese Problematik noch nicht so zum tragen, da wir im Moment keine massiven Seuchenzüge haben. Dennoch besteht gerade in letzter Zeit für den einzelnen Hund ein größeres Risiko an diesen Seuchen zu erkranken, da immer mehr Hunde als Reisebegleiter ins Ausland mitfahren, bzw. durch Tierschützer immer mehr Hunde aus dem südlichen Ausland zu uns mitgebracht werden. In diesen Ländern treten diese Erkrankungen durch mangelnde Impfungen noch wesentlich häufiger auf.
Zum anderen besteht auch bei uns die Gefahr, dass ein Vernachlässigen der Impfung zu erneuten Ausbrüchen dieser Hundeseuchen führen kann.

Das neu zu empfehlende Impfschema sieht also wie folgt aus:

8.-9. Lebenswoche   Parvovirose, Staupevirus, HCC, Leptospirose, Parainfluenza
12.-13. Lebenswoche   Parvovirose, Staupevirus, HCC, Leptospirose, Parainfluenza
16.-17. Lebenswoche   Parvovirose, Staupevirus, HCC, Leprospirose, Parainfluenza, Tollwut

Ganz wichtig bei der Grundimmunisierung des jungen Hundes ist die Einhaltung der Impfabstände von 3 bis maximal 4 Wochen und die pünktliche Nachimpfung nach einem Jahr. Werden diese Zeiträume nicht eingehalten, kann eine korrekte Grundimmunisierung nicht garantiert werden.

Ab einem Alter von 12 Lebenswochen ist eine zweimalige Impfung im Abstand von drei bis vier Wochen gefolgt von einer weiteren Impfung nach einem Jahr für eine erfolgreiche Grundimmunisierung ausreichend.

Warum impfen wir also schon mit 8 Wochen oder früher?

Ein wichtiges Problem bei der Welpenimpfung stellt die sogenannte immunologische Lücke dar. Mit der Muttermilch erhält der Welpe von der Mutter Antikörper, die ihn gegen Infektionen schützen. Mit zunehmenden Alter sind diese Antikörper soweit abgebaut, dass Sie den Welpen nicht mehr schützen, aber die Ausbildung eigener Antikörper bei einer Impfung eventuell noch stören. Erst wenn keine maternalen Antikörper mehr vorhanden sind, kann ein Welpe auf eine Impfung mit einer entsprechenden Immunantwort reagieren. Allerdings ist dieser Zeitpunkt individuell unterschiedlich. Daher wird ein Welpe bereits mit 8 Wochen geimpft. Würde man erst mit 12 oder 16 Wochen impfen, hätte der Welpe sonst in dieser Zeit vielleicht gar keinen Schutz.
In gefährdeten Beständen oder Zuchten wird bereits im Alter von 6 Wochen die erste Parvovirusimpfung empfohlen.

Die Impfung des erwachsenen Hundes

Beim erwachsenen Hund muss in einem ausführlichen Gespräch mit dem Tierarzt ein individuelles Impfschema erstellt werden.

Leptospirose-Impfung

Eine jährliche Impfung der Leptospirose ist dringend erforderlich. Gerade in  ländlichen Gegenden treten immer mal wieder Leptospirosefälle auf. Da es sich bei der Leptospirose um eine bakterielle Infektion handelt, geht man von einem maximal einjährigen Impfschutz aus. Bei Hunden mit extremer Exposition, wie zum Beispiel Jagdhunden oder Hunden, die gerne in seichten Gewässern baden, ist eventuell sogar eine halbjährliche Wiederholung sinnvoll.  Die Impfung sollte am besten immer im Frühjarh erfolgen, da der Impfschutz im ersten halben Jahr besser ist und somit während der höchsten Infektionsgefahr im Sommer und Herbst am besten ist.
Leider können wir im Moment noch nicht gegen alle Leptospirenstämme schützen, allerdings gibt es jetzt aktuell einen neuen Impfstoff der einen weiteren Leptospirenstamm enthält. Bei Umstellung auf diesen neuen Impfstoff muss nochmals neu grundimmunisiert werden.

Tollwut-Impfung

Es sind im Moment Tollwutimpfstoffe mit zwei bis dreijähriger Schutzdauer in Deutschland zugelassen. In welchem Intervall die Tollwutimpfung aufgefrischt werden soll, muss individuell entschieden werden. Bei Reisen in Ländern mit hohem Tollwutrisiko empfiehlt sich eventuell jährlich zu impfen. Bei Reisen in Drittländer müssen die jeweiligen Landesbestimmungen beachtet werden. Bestimmte Länder fordern die Bestimmung des Tollwut-Titers.

Parvovirose, Staupe und HCC

Wiederholungsimpfungen sind je nach Impfstoff im 2 bis 3 Jahresrhythmus nötig.

Zwingerhusten

Ob eine Parainfluenzaimpfung oder Bordetellaimpfung sinnvoll ist, ist abhängig von der Lebenssituation des Hundes. Ein geringes Infektionsrisiko besteht bei Hunden, die wenig Kontakt mit anderen Hunden haben, und nur einzeln oder zu zweit gehalten werden. Hunde die oft auf Hundeplätzen, Ausstellungen oder in der Hundeschulen und Tierpensionen sind, sollten auch gegen Parainfluenza geimpft werden. Neuerdings steht jetzt auch ein kombinierter Impfstoff gegen Parainfluenza und Bordetella mit einjährigem Impfschutz zur Verfügung, der allerdings in die Nase verabreicht werden muss.

Zur Zeit stehen in Deutschland zwei  Borrelienimpfstoffe zur Verfügung, Allerdings ist eine Borrelioseerkrankung bei  Hunden nicht so häufig. Die meisten Tiere entwickeln nur einen Antikörpertiter im Blut ohne zu erkranken. Daher ist  eine Impfung Hunde  derzeit nicht zu empfehlen. Sinnvoller ist eine konsequente Zeckenprophylaxe in der Zeit von Februar/März bis Oktober/November mit entsprechenden Spot-on Präparaten durchzuführen.

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