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Augenerkrankungen in der Tiermedizin – Was ist ein Notfall?

Verletzungen am Auge
Gerade bei Hund und Katze, aber auch bei Heimtieren sind Biss- oder Kratzverletzungen am Auge relativ häufig.

Ursachen sind meist Beißereien oder Verletzungen durch Krallen. Rissverletzungen der Lider sollten immer operativ versorgt werden, um die korrekte Lidstellung zu erhalten. Verletzungen der Hornhaut sollten durch den Tierarzt mit Hilfe des sogenannten Fluoreszintests ausgeschlossen werden. Hierbei wird die Hornhaut mit einem gelben Farbstoff angefärbt, ist sie intakt kann der Farbstoff abgespült werden, Verletzungen färben sich gelb an. Bei tieferen Verletzungen kann die Hornhautschicht komplett eingerissen sein und es kann zum Auslaufen des Auges kommen.
Die Therapie richtet sich nach der Art der Verletzung. Oberflächige Hornhautverletzungen können mit Salbenbehandlungen versorgt werden. Lidverletzungen oder tiefere Hornhautwunden müssen chirurgisch versorgt werden
Grundsätzlich muss jedes Tier mit einer Augenverletzung schnellstmöglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Denn gerade Krallen – oder Bissverletzungen führen schnell zu einer Sekundärinfektion und im schlimmsten Fall kann es in der Folge zum Verlust des Sehvermögens oder des Auges führen.

Fremdkörper am Auge

Fremdkörper, meist Pflanzenteile oder Dornen können sich beim Laufen durchs Gestrüpp oder Felder im Augenbereich einspiessen. Bei Heimtieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen findet man auch relativ häufig Heu- oder Strohhalme als Fremdmaterial. Im besten Fall liegt der Fremdkörper nur der Hornhaut auf, führt aber zu Verletzungen, wenn er nicht gleich entfernt wird. Manchmal rutscht der Fremdkörper hinter das sogenannte dritte Augenlid und ist somit ohne weitere Untersuchung nicht sichtbar.
Fremdkörper wie Dornen können auch tiefer in die Hornhaut eindringen und müssen dann möglichst schnell vom Tierarzt unter Mikroskopkontrolle entfernt werden. Der Tierbesitzer sollte nie versuchen den Fremdkörper selbst zu entfernen, um weitere Schädigungen am Auge zu vermeiden.

Vorfall des Augapfels

Ein Vorfall des Augapfels kann vor allem bei kurznasigen Hunderassen mit großen Augen aufgrund einer Rauferei oder eines Unfalls auftreten. Häufig betroffene Rassen sind z.B. Shih Tzu, Chihuahua, Pekinese oder Mops. Auf dem Weg zum Tierarzt muss das hervorgefallene Auge nach Möglichkeit feucht gehalten werden.
Das Auge muss möglichst schnell chirurgisch reponiert werden. Sind die Schädigunen am Sehnerv und der Gefäßversorgung nicht zu gravierend, kann das Auge und die Sehfähigkeit erhalten werden. Bei massiveren Schädigungen oder länger bestehendem Vorfall kann es zu Erblindung bis hin zum Verlust des Augapfels kommen.

Akute Blindheit

Ein plötzlich erblindetes Tier läuft gegen die Wände, stößt an und wirkt orientierungslos. Manche Tiere laufen auch im Kreis, um sich zu orientieren. In der Regel sind die Pupilllen weit und reagieren nicht auf Lichteinfall.
Eine plötzlich auftretende Erblindung kann viele verschiedene Ursachen haben. Gerade bei älteren Katzen kommt es häufig zu einer Einblutung ins Auge oder einer Netzhautablösung aufgrund eines erhöhten Blutdrucks. Je schneller eine Diagnose gestellt und eine entsprechende Therapie eingeleitet wird, umso besser ist die Chance, das Sehvermögen wiederherzustellen.
Bei Hunden kann SARD (= sudden aquired retinal degeneration), eine plötzliche Netzhautdegeneration, zu einer akuten Erblindung führen. Die Ursache dieser Erkrankung ist bis jetzt nicht geklärt. Die Augen sind nicht schmerzhaft und nicht entzündet. Die Diagnose wird durch eine Augenuntersuchung gestellt und kann mittels einem Elektroretinogramm bestätigt werden. Bisher gibt es leider keine erfolgreiche Therapie .

Oben genannte Augennotfälle sind in der Regel für den Tierbesitzer offensichtlich und werden daher Gott sei Dank rechtzeitig einem Tierarzt vorgestellt.
Leider gibt es aber auch andere Notfälle, die für den Tierbesitzer nicht offensichtlich einen akuten Handlungsbedarf darstellen, wie z.B. ein Glaukom.

Das Glaukom

Ein erhöhter Augeninnendruck, das Glaukom, stellt einen sehr schmerzhaften Zustand dar und führt durch Schädigung der Netzhaut zur Erblindung. Klinisches Anzeichen ist eine Rötung des Auges und wird daher zunächst mit einer harmlosen Bindehautentzündung verwechselt. Die Hornhaut erscheint getrübt.
Nur ein Tierarzt, der über entsprechende Augeninstrumente verfügt, kann über eine Augendruckmessung (Tonometrie) den Druck bestimmen. Eine Drucksenkung muss sofort eingeleitet und der Druck regelmäßig kontrolliert werden.
Greift eine medikamentöse Therapie nicht, muss das Auge operativ von entsprechenden Spezialisten versorgt werden.

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