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Augenuntersuchung bei Tieren

Nach einer ausführlichen Vorberichtserhebung werden die Augen zunächst bei Raum- bzw. Tageslicht, später im abgedunkelten Raum untersucht. Bei der Augenuntersuchung beurteilt der untersuchende Tierarzt die verschiedenen Anteile der Augen und deren Umgebung.

Klinische Untersuchung des äußeren Auges

Ist das Tier lichtscheu? Liegt Augenausfluss vor und wenn ja wie sieht der aus? Die äußeren Anteile – die Lidstellung, die Lidränder, Bindehäute und Hornhaut – des Auges werden beurteilt und mit einer Augenlampe untersucht. Auch wird hierbei auf eine Reaktion der Pupille geachtet.
Weiterhin werden die inneren Abschnitte des Auges – die vordere Augenkammer, die Iris und die Netzhaut beurteilt.

Sehtests

Mit Hilfe spezieller Tests wird die Sehfähigkeit des Tieres überprüft.
Beim Wattebauschtest wird seitlich des Kopfes ein Wattebausch fallen gelassen. Sieht ein Tier, reagiert es darauf und sieht zu dem Wattebausch hin.
Bei kleineren Tieren kann die Tischkantenprobe durchgeführt werden. Hierbei wird das Tier aufgehoben, die Augen zugehalten und die Pfoten an die Tischkante herangeführt. Bei Berührung setzt das Tier die Pfoten auf den Tisch. Wird der Test mit offenen Augen wiederholt, setzt das Tier bereits vor Berührung die Pfoten auf die Kante auf.
Muss sich ein Tier in einem unbekannten Raum orientieren, kann man ebenfalls kontrollieren, ob das Tier Hindernisse erkennt und ausweicht oder sich über die Tasthaare orientieren muss und an Wände und Gegenstände anstößt.

Spaltlampenuntersuchung

Mit Hilfe der Spaltlampe können äußere Abschnitte wie Hornhaut, Lider und Wimpern deutlich vergrößert dargestellt werden. Auch innere Abschnitte des Auges lassen sich hiermit gut untersuchen.

Schirmertränenentest

Hierbei wird ein Teststreifen im äußeren Drittel ins Unterlid eingelegt. Durch die Tränenflüssigkeit färbt sich der Streifen aus Fließpapier entlang einer Skala. Erfolgt keine oder nur geringgradige Verfärbung des Streifens, ist die Tränenproduktion vermindert

Fluoreszintest

Eine fluoreszierende gelbe Farbe wird auf die Hornhaut aufgebracht. Ist diese intakt, lässt sich die Farbe komplett abspülen. Ist die Hornhaut verletzt, färbt sich die Hornhaut an dieser Stelle gelb. Im abgedunkelten Raum und mit blauem Licht ist die Verfärbung am deutlichsten zu erkennen.

Tonometrie

Mit Hilfe der Tonometrie kann mit einem speziellen Gerät der Augeninnendruck gemessen werden und somit ein Glaukom, ein erhöhter Augeninnendruck oder eine Drucksenkung im Rahmen einer Entzündung diagnostiziert werden.
Indirekte und direkte Ophtalmoskopie
Mit Hilfe spezieller Lupen, kann am weit gestellten Auge der Augenhintergrund beurteilt werden und so Veränderungen der Netzhaut diagnostiziert werden.

Speziellere Untersuchungsmöglichkeiten

Bei manchen Erkrankungen ist es sinnvoll, mittels Abstrich und Zytologie die Zellen der Bindehäute oder der Hornhaut mikroskopisch zu untersuchen.
Um die hinteren Augenabschnitte oder das umliegende Gewebe zu beurteilen kann in Einzelfällen eine Ultraschalluntersuchung des Auges sinnvoll sein.
Mit Hilfe einer speziellen Gonioskopielinse kann der Kammerwinkel des Auges betrachtet werden.
Ist durch eine komplette Linsentrübung die Netzhaut des Tieres nicht mehr zu sehen, wird mit Hilfe eines sogenannten ERGs die Sehfähigkeit untersucht.

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