Home » Hund » Gesundheit » Hunde: Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Hunde: Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse eine sogenannte Pankreatitis kann beim Hund akut oder chronisch auftreten.

Hund_liegend

Ursachen

In vielen Fällen lässt sich die Ursache für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse nicht mehr feststellen.  Häufig entsteht eine Pankreatitis nach einem Trauma, durch zu fettes Futter, Medikamente oder einer verminderten Durchblutung. Zum Teil können auch Infektionen eine Pankreatitis begünstigen (Leishmaniose, Babesiose).
Andere Grunderkrankungen, wie Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, Morbus Cushing, Hypothyreose), Epilepsie und auch Übergewicht, können eine Pankreatitis auslösen.

Symptome

Hunde mit einer akuten Pankreatitis werden meist mit unspezifischen Symptomen vorgestellt. Am meisten zeigen die Hunde Erbrechen, Apathie und Bauchschmerzen.  Des Weiteren können eine eingestellte Futteraufnahme, Durchfall und eventuell Fieber entstehen.
Hunde mit starken Bauchschmerzen zeigen oft eine sogenannte Gebetshaltung, d.h. sie strecken die Vorderbeine, drücken die Brust auf den Boden, während die Hinterbeine gestreckt bleiben. Im Standbild heben sie ihren Rücken an, sodass der Rücken aufgekrümmt erscheint.
Der Schweregrad der Erkrankung kann von milden Symptome bis hin zu kompletten Organversagen variieren. Manche Tiere werden daher auch im Schock eingeliefert.
Bei chronischen Entzündungen stehen oft Symptome wie Durchfall und  Abmagerung im Vordergrund, da die für die Verdauung notwendigen Enzyme nicht mehr in ausreichendem Maß gebildet werden. Vor allem die Fettverdauung funktioniert nicht mehr, sodass der abgesetzte Kot oft fettig und glänzend aussieht.
Dicke Hunde und verschiedene Rassehunde, wie der Cavalier King Charles Spaniel, Collie, Minischnauzer und Boxer, scheinen anfälliger für eine Pankreatitis zu sein.

Diagnostik

Eine Diagnosestellung ist allein aufgrund der klinischen Symptome nicht möglich, da diese sehr unspezifisch sind. Daher müssen weitere Untersuchungen eingeleitet werden.
Mithilfe einer Blutuntersuchung können zum einen andere zugrunde liegende Ursachen beurteilt werden, zum anderen kann  ein  Praxisschnelltests, cPLi (canine Pankreasspezifische-Lipase-Immunoreaktivität), als diagnostische Entscheidungshilfe herangezogen werden, wie intensiv eine Therapie durchzuführen ist.  In einem Speziallabor kann dieser Test dann weiter quantifiziert werden.
Eine Ultraschalluntersuchung kann ebenfalls Hinweise auf eine Entzündung oder Veränderungen der Bauchspeicheldrüse geben.

Therapie

Bei einer hochgradigen akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüsenentzündung muss der Hund stationär aufgenommen werden und  über mehrere Tage Infusion bekommen. Da die Tiere häufig starke Bauchschmerzen haben, sollte eine adäquate Schmerzmedikation durchgeführt werden, weiterhin werden Medikamente gegen das Erbrechen verabreicht. Auch die Magen-Darm-Schleimhaut sollte medikamentös geschützt werden.
Die ersten Tage sollte der Hund fasten. Erbricht der Hund nicht mehr, sollte der Patient dann langsam mit kleinen Portionen fettarmer Diät angefüttert werden.
Als Langzeitmanagement oder bei chronischen Entzündungen müssen spezielle hochverdauliche Diäten gefüttert werden, die die Bauchspeicheldrüse entlasten.
Bei bestehenden Schädigungen müssen gegebenenfalls dem Hund die  fehlenden Verdauungsenzyme über das Futter in Form von Pulver, Granulat oder Tabletten ersetzt werden.

Prognose

Die Prognose ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Da die Erkrankung auch lebensbedrohlich sein kann, sollte bei Verdacht immer eine stationäre Behandlung in einer Klinik erfolgen.
Bei unspezifischen Magen-Darm-Symptomen sollte immer auch an eine Bauchspeicheldrüsenentzündung gedacht werden.

Wir freuen uns über einen Kommentar von dir!

Deine Email-Adresse wird anderen Tierarztfibel-Besuchern nicht angezeigt.Bitte fülle alle markierten * Pflichtfelder aus. *

*

Navigation
×