Home » Hund » Beschwichtigungssignale beim Hund

Beschwichtigungssignale beim Hund

Beschwichtigungssignale beim Hund (calming signals)
Beschwichtigungssignale sind eine Form der Kommunikation bei Hunden.Sie werden meist in Siutationen gezeigt in denen die Hunde unsicher oder überfordert sind und  dienen dem Verhindern oder Lösen von Konflikten.

L1060449

Hunde zeigen Beschwichtigungssignale im Umgang mit anderen Hunden, aber auch in der Kommunikation mit ihrem Besitzer. Das ist wichtig zu wissen, denn man muss den Hund genau beobachten, um zu erkennen wann er überfordert oder gestresst ist. Ist das der Fall, sollte man in der Ausbildung einen Schritt zurück gehen.

Die wichtigsten „calming signals“

Abwenden des Körpers, seitlich stellen
Im Bogen gehen
Blick senken, zwinkern
Erstarren oder sehr langsame Bewegungen
Über die Schnauze schlecken
Gähnen
Schwanz wedeln
Am Boden schnüffeln
Pfote heben
Markieren
Sitz
Platz
aktives Ignorieren

Wann werden die Beschwichtigungssignale gezeigt?

Das Abwenden wird häufig gezeigt, wenn sich Artgenossen schnell nähern oder eine zu stürmische Spielaufforderung machen.
Im Bogen gehen Hunde, um einem Streit aus dem Weg zu gehen. Dies ist wichtig zu wissen, denn auch beim Spaziergang an der Leine, sollte man nicht direkt auf einen anderen Hund zu laufen. Hiermit kann man viel Gebell und Streitereien an der Leine verhindern.
Der Blick wird z.B. gesenkt, wenn zwei Hunde sich auf einem engen Weg begegnen und kein Bogen gegangen werden kann, um zu signalisieren, dass man in friedlicher Absicht hier entlang läuft.
Das Erstarren oder langsame Bewegen kann man oft beobachten, wenn der Hund mit lauter, gereizter Stimme gerufen wird. Er wird langsamer oder bleibt sogar stehen, um den vermeintlichen Konflikt mit dem Besitzer zu schlichten. Deshalb sollte man sich beim Rückruf des Hundes zu einer neutralen Stimme zwingen oder eine Pfeife benutzen.
Über die Schnauze schlecken und Gähnen zeigen die Hunde häufig, wenn ihnen eine Aufgabe gestellt wird, mit der sie überfordert sind oder die sie nicht verstehen, deshalb ist hierauf beim Training besonders zu achten.
Es ist ein Trugschluss, dass Hunde nur mit dem Schwanz wedeln, wenn sie fröhlich sind. Viel mehr drückt das Schwanz wedeln Aufregung aus und kann bei Anspannung zum Stressabbau genutzt werden.
Ein Hund kann auch eine Tätigkeit ausführen, die symbolisiert, dass er beschäftigt ist und kein Interesse an Streit hat. Deshalb schnüffeln viele Hunde betont am Boden, wenn sich ein anderer Hund nähert. Auch die Pfote kann gehoben werden.
Markieren ist eine mögliche Form des Stressabbaus.
Häufig wird eine gewohnte Tätigkeit als Übersprungshandlung eingesetzt. Das bedeutet eine Tätigkeit, wie z.B. das Tragen eines Stöckchens, wird gezeigt, so wie man sich als Mensch am Kopf kratzt, wenn man über etwas nachdenkt und seine Hände beschäftigen muss.
Das Sitz symbolisiert Ruhe und hilft das Anstarren zu unterbrechen, wenn der Hund sich mit dem Rücken zum Kommunikationspartner nieder lässt. Auch das Platz kann eine dynamische Situation positiv verändern.
Ignorieren ist ebenfalls eine Form der Beschwichtigung, der Hund geht einfach nicht mehr auf die Vorhaben des Kommunikationspartners ein und entschärft so die Situation.
Es gibt Hunde, die vom Menschen gelernt haben zu lächeln, das heißt sie zeigen, wie wir, die Zähne in einem freundlichen Kontext. Haben Hunde dies erlernt, können sie auch diese Geste zur Beschwichtigung einsetzen.
Ein Hund kann auch schlichten, in dem er zwischen zwei andere Hunde tritt und diese optisch tsplittet. Auch als Besitzer kann man als Splitter fungieren und sich zwischen zwei Hunde stellen, um die Kommunikation optisch zu durchbrechen.

Fazit

Als Mensch kann man die Beschwichtigungssignale ebenfalls einsetzen, um mit dem Hund zu kommunizieren und ihm eindeutige Signale zu geben. Den Hund richtig zu lesen, verbessert die Hund-Halter-Beziehung extrem. Man kann besser auf den Hund eingehen, gezielter mit ihm arbeiten und Konfliktsituationen vermeiden. Auch Situationen mit Artgenossen können vom Halter besser eingeschätzt werden und gegebenenfalls im richtigen Moment unterbrochen werden.

Wir freuen uns über einen Kommentar von dir!

Deine Email-Adresse wird anderen Tierarztfibel-Besuchern nicht angezeigt.Bitte fülle alle markierten * Pflichtfelder aus. *

*

Navigation
×