Home » Hund » Gesundheit » Diabetes beim Hund

Diabetes beim Hund

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen bei Hunden mittleren bis fortgeschrittenen Alters. Man spricht analog zum Menschen von einem Typ II Diabetes. Er entsteht durch einen Insulinmangel, der dazu führt, dass Glucose nicht mehr von der Blutbahn in die Zelle, ihrem eigentlichen Wirkungsort, gelangen kann. 

MC_2011-833

Erste Symptome für einen Diabetes beim Tier

  • übermäßiger Urinabsatz
  • gesteigerter Durst
  • Lethargie
  • Gewichtsverlust
  • struppiges, glanzloses Fell

Es kann sowohl ein übermäßiger Appetit als auch völlig fehlende Futteraufnahme beobachtet werden. Leider können sich diese Symptome sehr schleichend über Wochen bis Monate entwickeln.

Potenzielle Ursachen für Diabetes mellitus beim Hund

Mögliche Ursachen für Diabetes mellitus bei Hunden sind eine ganze Reihe von verschiedenen Erkrankungen, die mit einer Abnahme der Insulin produzierenden Zellen (ß-Zellen), der Bauchspeicheldrüse (u. a. Entzündung, Tumore) oder einer zunehmenden Insulinresistenz einhergehen.

Bei einer Insulinresistenz benötigt das Tier eine immer höhere Menge an Insulin, um den Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten. Durch die übermäßige Produktion kommt es zu einer Erschöpfung der ß-Zellen und damit einem klinisch manifesten Diabetes.

Beim Hund sind die wichtigsten Gründe für diese ß- Zellinsuffizienz vor allem:

  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse
  • Hormonstörungen (Schilddrüsenunterfunktion, Cushing)
  • unsachgemäße Gabe bestimmter Medikamente (Cortison, Gestagene)
  • Tumore
  • Aber auch durch Hormonumstellung während der Läufigkeit kann bei der Hündin ein Diabetes ausgelöst werden.

Wie wird Diabetes bei Hunden diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt über eine Blut- und Harnuntersuchung. Normalerweise wird über den Urin kein Zucker ausgeschieden, erst bei einem konstant erhöhten Blutzuckerspiegel wird die Nierenschwelle überschritten und Zucker kann im Urin nachgewiesen werden. Bei dieser Untersuchung werden auch Begleiterkrankungen erkannt, die vor allem bei Hunden eine Insulineinstellung erschweren können (z. B. sog. Cushing Syndrom, Schilddrüsenunterfunktion).

Folgen und Auswirkungen von Diabetes für Hunde

Infektionen durch ein geschwächtes Immunsystem

Infektionen, die aufgrund der verschlechterten Immunitätslage des zuckererkrankten Tieres auftreten (wie Blasen-, Zahnfleisch-, Haut- oder Ohrentzündungen) müssen unbedingt behandelt werden.

Von Stoffwechselveränderungen bis zum Koma

Insulinmangel verursacht zum Teil tief greifende Veränderungen im Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel. Glucose kann nicht mehr in die Zelle gelangen, es kommt zu einem Energiemangel in der Zelle. Der Körper versucht dies durch Mobilisation von körpereigenen Fettreserven und Abbau von Proteinen auszugleichen. Es entwickelt sich eine Störung der Leberfunktion. Unbehandelt verschlechtert sich das Allgemeinbefinden des Tieres zusehend, die terminale Phase kann zum Koma führen und endet rasch tödlich.

Behandlungsmöglichkeiten für Diabetes kranke Hunde

Die Prognose hängt von der Erkrankungsursache und einer frühzeitigen Diagnose und Therapie ab. Die Erkrankung erfordert vom Besitzer ein hohes Maß an Zeit-, Fütterungs-, und Bewegungsmanagement. Je früher die Problematik erkannt wird, desto höher sind die Chancen, dem Hund ein langes, beschwerdearmes Leben mit dem Diabetes zu ermöglichen.

Die Behandlung des Diabetes  stützt sich auf folgende Pfeiler:

  1. Insulingabe
  2. Ernährung
  3. Behandlung von Begleiterkrankungen

Die Insulingabe erfolgt in der Regel zweimal täglich. Eine Kontrolle der Blutwerte ist regelmäßig notwendig in Form von Tagesprofilen, der Bestimmung der Nüchternglucose oder eines sog. Langzeitzuckerwertes (Fruktosamin). Die Blutzuckerwerte können zwischendurch auch vom Besitzer zu Hause überprüft werden, sog. Heimmonitoring. Dies vermindert den Stress für das Tier um ein Vielfaches und ermöglicht ein schnelles Erkennen von Unter- oder Überzucker und damit ein schnelles Regulieren der benötigten Insulinmenge. Abhängig von diesen Befunden wird die Insulinmenge in Absprache mit dem Tierarzt angepasst.

Wir freuen uns über einen Kommentar von dir!

Deine Email-Adresse wird anderen Tierarztfibel-Besuchern nicht angezeigt.Bitte fülle alle markierten * Pflichtfelder aus. *

*

Navigation
×