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Die ersten Lebensphasen des Welpen

Neugeborenen Phase

Hundewelpen werden blind und taub geboren. Die ersten vierzehn Tage besteht das Leben des Welpen hauptsächlich aus Fressen und Schlafen. Sie bewegen sich robbend und kriechend im Kreis und können sich über Pendelbewegungen des Kopfes orientieren. Ziel ist zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich die Wärme- und Futterquelle Mutter nicht zu verlieren.

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Die Ausscheidung von Kot und Urin erfolgt in dieser Zeit nur reflexartig auf Stimulation der Mutter hin. Diese beleckt die Welpen in der Bauch- und Anogenitalregion und nimmt dabei die Ausscheidungen auf. Bei fehlendem Körperkontakt zu Mutter oder Wurfgeschwistern rufen die Welpen mit einem speziellem „Hilfeschrei“ ihre Mutter, die sie darauf hin zurück in die Gruppe bringt. Zwischen dem 12. und 14. Tag öffnen die Kleinen ihre Augen.

Übergangsphase

Ab der dritten Woche nimmt die Bewegungsfähigkeit der Welpen zu. Sie beginnen ihr Lager zu verlassen und können selbstständig Kot und Urin absetzen. Sobald die ersten Milchzähne da sind, nehmen sie bereits ab und zu halbflüssige Nahrung auf.

Sozialisationsphase

Mit der vierten Woche beginnt die so genannte Sozialisationsphase, eine sehr wichtige Zeit im Leben eines Welpen. Sie dauert in der Regel bis zur 12. Woche, bei nordischen Rassen bis zur 14. Woche. In dieser Zeit entwickelt sich das Sozialverhalten des Hundes. Da in der ersten Zeit das Neugierverhalten stark ausgeprägt ist, Angstverhalten sich aber erst später entwickelt, kann der Welpe seine Umwelt leichter erkunden. Daher ist es wichtig, dass der Welpe in dieser Zeit schon die Möglichkeit hat mit unterschiedlichen Menschen (Männern, Frauen, Kindern oder Senioren), aber auch anderen Tieren, Kontakt zu haben. Denn aufgrund unterschiedlichen Aussehens und Verhaltens ist  Mensch für den Welpen nicht gleich Mensch, und Hund nicht gleich Hund. Aber alle Lebewesen, denen er in diesem Zeitfenster positiv begegnet, speichert er als Artgenosse oder befreundete Spezies ab. In dieser Zeit sollte auch die Gewöhnung an nicht belebte Dinge (Habituation) erfolgen. So kann der Welpe mit Umweltgeräuschen, Staubsaugern, Fahrrädern, Autos und anderen Dingen vertraut gemacht werden. Alles was der Welpe in dieser Zeit nicht kennen lernt, kann später bei ihm zunächst Angst auslösen.

Der Welpe übt in dieser Zeit auch Kommunikation und soziale Interaktionen mit seiner Mutter und den Geschwistern. So kann zum Beispiel im Spiel mit den Geschwistern die Beißhemmung trainiert werden. Denn wer zu fest zubeißt, mit dem spielt man nicht gerne. Auch Frustration wird bereits geübt. Die Mutter entwöhnt schrittweise ihre Jungen und ist auch nicht mehr ständig verfügbar. Auch die Futterschüssel muss man sich als Welpe mit seinen Geschwistern teilen. So lernt der Welpe, dass man nicht immer alles haben kann, was man will.

Abgabe des Welpen

In Deutschland ist die Abgabe eines Welpen erst ab der achten Woche erlaubt. Hat der Welpe beim Züchter gute Voraussetzungen für eine Sozialisation, ist es nicht so schlimm, wenn er etwas später abgegeben wird. Hat der Welpe aber keine Möglichkeit genügend Umwelterfahrungen zu sammeln, ist es sinnvoll den Welpen rechtzeitig an seine neuen Besitzer zu geben, damit der Hund noch angstfrei seine neue Umgebung erkunden kann. So ist es zwar sehr idyllisch, wenn ein Welpe auf dem Bauernhof aufwächst, doch falls er in der Stadt leben soll, muss er natürlich auch mit Aufzügen, Straßen, Fahrrädern, Autos, Joggern und anderen Umweltreizen zurecht kommen. Auch wenn der neue Besitzer den Tag des Abholens schon mit Freude und Spannung erwartet, stellt dieser Tag für den kleinen Welpen erst einmal einen Verlust seiner Mutter, seiner Geschwister und seiner bisherigen Welt dar. Daher ist es für den Welpen hilfreich, wenn er seinen neuen Besitzer vorher schon kennen lernen durfte. Damit der Welpe in seinem neuen Zuhause etwas Vertrautes hat, kann ein Handtuch oder eine Decke mit dem Geruch der Mutter und seiner Geschwister mitgegeben werden. Auch eine Futterumstellung sollte nicht direkt beim neuen Besitzer erfolgen. Am besten bekommt der neue Besitzer noch etwas von dem bisher gefütterten Futter mit nach Hause.

In seinem neuen Zuhause wird es noch viel zu erkunden, erleben und zu lernen geben. Sind alle Voraussetzungen bei Züchter und neuem Besitzer erfüllt, steht einem erfolgreichen Start ins Leben nichts entgegen.

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