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Ernährung des Hundes

Welches Futter ist geeignet?

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Kommerzielle Fertigfuttermittel

Diese Frage stellen sich viele Hundehalter, aber wer gibt einem die richtige Antwort? Allein die Aussagen in der Werbung und von Futtermittelvertreibern sind nicht immer die richtigen, denn schließlich will jeder sein Produkt verkaufen.
Premium Fertigfuttermittel enthalten in der Regel alles, was ein gesunder Hund einer bestimmten Größe in einem speziellen Lebensabschnitt benötigt. Eine entsprechende Deklaration auf der Verpackung ist Voraussetzung. Der Zugabe von Futterzusätzen ist hier nicht nötig.
Trockenfutter bieten den Vorteil eines günstigeren Preis-Leistungsverhältnisses, sind gut zu lagern und beugen der Bildung von Zahnstein etwas vor. Hunde holen sich ihren entsprechenden Wasserbedarf durch vermehrtes Trinken. Dosenfutter von Premiummarken sind ebenso geeignet, allerdings aus Kostengründen eher für kleine Hunderassen zu empfehlen.

Hausgemachte Rationen

Es ist durchaus möglich mit selbst gekochtem Futter eine ausgewogene Ration zusammenzustellen.
Allerdings sollte dann in jeder Lebensphase überprüft werden, ob die Zusammensetzung (Ca-P-Verhältnis, Proteingehalt, Vitamine…) korrekt ist.
Hierzu können wir eine computergestützte Rationsberechnung durchführen. Die nötige Ergänzung mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten wird dann gezielt berechnet.

Barfen

Selbstverständlich kann auch eine Rohfütterung des Hundes erfolgen. Auch hier sollte aber unbedingt eine entsprechende Rationsberechnung erfolgen. Eine  Studie der Universität München (Lehrstuhl für Tierernährung) zur bedarfsgerechten Fütterung mit Barfen zeigt, dass viele Rationen nicht ausreichend zusammen gestellt sind.
Ebenso ist bei einer Rohfütterung zu beachten, dass Keime und Parasiten nicht abgetötet werden und die Hunde entsprechend oft entwurmt werden sollten.

Fütterung nach Lebensabschnitten

Welpe

Die meisten Welpen beginnen zwischen der dritten und vierten Woche mit der Aufnahme fester Nahrung. Zunächst bietet man halbfeste Nahrung als dünnen angewärmten Brei in flachen Schalen an. Hierzu kann ein Feucht- oder Trockenfutter für Welpen mit frischem, warmem Wasser angemischt werden. Interessieren sich die Welpen zunächst nicht dafür, kann man ihnen vorsichtig mit dem Finger etwas Brei anbieten, um sie auf den Geschmack zu bringen. Im Lauf der Zeit wird der Wassergehalt des Breis reduziert. Ab der fünften Woche nimmt die Milchproduktion der Mutter ab und der Welpe sollte ausreichend feste Nahrung aufnehmen. Handelsübliche Welpenalleinfutter sind auf den Bedarf wachsender Hunde ausgerichtet, so dass eine Zufütterung von Futterkalk oder anderen Ergänzungsstoffen nicht nötig, sondern schädlich ist.

Junghund

Während der Wachstumsphase muss auf ein korrektes Ca/P-Verhältnis und Proteingehalt im Futter geachtet werden. Gerade Junghunde großwüchsiger Rassen neigen zu Gelenkserkrankungen und diese können durch eine falsche Futterzusammensetzung begünstigt werden. Ein zu schnelles Wachstum belastet die Gelenke und begünstigt die Entstehung von Gelenkserkrankungen. Häufig  sieht man dies den Welpen nicht an, denn viele sind nicht zu dick, sondern sind nur zu schnell gewachsen. Das Endgewicht eines Hundes ist nämlich genetisch vorgegeben: Es lässt sich über die Fütterung kaum beeinflussen, wohl aber die Wachstumsgeschwindigkeit. Daher ist die Erstellung von Wachstumskurven zu empfehlen.
Der zweithäufigste Fehler ist eine Fehlversorgung mit Calcium und/oder Phosphor. Meist  kommt dies besonders bei hausgemachten Rationen oder falschen Ergänzungen mit Mineralpräparaten vor.

Kastrierte Hunde

Bei kastrierten Hunden kommt es durch Umstellung des Hormonhaushaltes und des Stoffwechsels leider sehr häufig zur Gewichtszunahme. Schon vorhandene überflüssige Pfunde wieder loszuwerden ist erfahrungsgemäß sehr schwierig. Daher ist es sinnvoll bereits im Vorfeld auf ein entsprechend kalorienreduziertes Futter umzustellen.

Trächtigkeit und Laktation

Trächtigkeit und Laktation stellen besondere Anforderungen an die Ernährung der Hündin. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit allen nötigen Nährstoffen, jedoch sollte eine Hündin nicht mehr als 25 Prozent ihres Idealgewichtes zunehmen.
Im letzten Drittel der Trächtigkeit muss die Energiezufuhr der Mutterhündin um das 1,3 bis1,5- fache erhöht werden. Sie sollte daher auf ein Futter für tragende und säugende Hündinnen oder ein Welpenfutter umgestellt werden. Mit Beginn der Milchbildung steigt der Energie- und Nährstoffbedarf allerdings noch einmal erheblich an. Bei sehr großen Würfen mit mehr als acht Welpen kann der Energiebedarf auf das Vierfache des normalen Erhaltungsbedarfs eines erwachsenen Hundes ansteigen. In diesem Fall muss die Hündin freien Zugang zu Futter und Wasser haben. Eine Gewichtskontrolle der Hündin ist ratsam, denn sie sollte nicht mehr als fünf bis zehn Prozent ihres Normalgewichtes verlieren. Bei zu starkem Gewichtsverlust sollten die Welpen mit einer Ersatzmilch zugefüttert werden.

Senioren

Im Alter sinkt der Energiebedarf unter anderem aufgrund reduzierter Bewegung. Generell gilt: Je kleiner der Hund ist, umso älter wird er. Daher ist der Zeitpunkt der Umstellung auf ein Seniorfutter gewichtsabhängig. Bei großen Hunderassen über 25 kg ist es bereits im Alter von fünf Jahren sinnvoll einen Futterwechsel vorzunehmen. Hunde zwischen 10 und 25 kg stellt man ab sieben Jahren, kleinere Rassen unter 10 kg ab acht Jahren auf entsprechendes Futter um.
Allgemein sind Premium Seniorfutter hochverdaulich und beugen alterstypischen Veränderungen wie Gelenkleiden, Darmträgheit, Appetitmangel, Nierenfunktionsstörungen, Fellveränderungen oder nachlassender Immunabwehr vor.
Einige Hunde haben aufgrund eines verringerten Geruchs- und Geschmacksinns einen verminderten Appetit. In solchen Fällen kann das Futter etwas angewärmt werden. Auch der Zusatz kleiner Mengen Fisch, Bierhefe oder Leber ist möglich.
Im Einzelfall muss eine Spezialdiät wie z.B. leber- oder nierenschonende Diät gefüttert werden, da im Alter die unterschiedlichsten Organerkrankungen auftreten können.

 

Der Tierarzt empfiehlt

Bei Fütterung eines entsprechende Premium Fertigfuttermittel ist in der Regel alles, was ein gesunder Hund benötigt, enthalten. Die Futter sind abgestimmt auf Alter und Größe des Hundes. Ebenso müssen bestimmte Lebensabschnitte bei der Wahl des Futters berücksichtigt werden:

Wachstum, Kastration, Trächtigkeit, Laktation oder Senioralter – die Bedürfnisse variieren hier natürlich erheblich! Bei bestimmten Erkrankungen können Spezialdiäten die Therapie wesentlich unterstützen.

Hundehalter, die barfen oder selbst kochen möchten, sollten eine computergestütze Rationsberechnung vornehmen lassen. So ist es möglich eine ausgewogene Ration sowie die nötige Ergänzung mit Vitamin- und Mineralstoffpräparatenzusammenzustellen.

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