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Verhaltensprobleme beim Hund

Aggression

Am häufigsten werden Hunde in der Verhaltenstherapie wegen Aggression vorgestellt. Aggressives Verhalten kann  gegenüber Menschen und/oder anderen Hunde gezeigt werden. Aggression gegenüber anderen Hunden führt häufig dazu, dass Hunde nur noch an der Leine spazieren geführt werden können und Begegnungen mit anderen Hunden nach Möglichkeit vermieden werden, was gerade in einer städtischen Umgebung oft problematisch ist. Noch schwieriger gestaltet sich die Situation wenn Aggression gegenüber Menschen gezeigt wird, da einzelne Fälle zu massiven Verletzungen des Menschen bis hin zu Todesfällen geführt haben.
Leider richtet sich Aggression auch häufig gegen Kinder, da diese Situationen häufig falsch einschätzen.

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Aggressives Verhalten stellt ein Normalverhalten des Hundes dar. Daher sollte man sich darüber im klaren sein, dass jeder Hund, auch der bravste, in gewissen Situation mit Knurren oder Schnappen reagieren kann.
Vorbeugen ist also immer besser als therapieren. Allerdings sollte man sich bei ersten Anzeichen von aggressivem Verhalten sofort verhaltenstherapeutische Hilfe holen, denn je früher man eingreift, umso besser die Therapiechancen. In vielen Fällen suchen  Hundebesitzer zunächst in diversen Hundeschulen Hilfe, oft ohne Erfolg und leider müssen in einzelnen Fällen Hunde auch wegen
Aggression eingeschläfert werden.

Es gibt verschiedene Therapie- und Mangagementmaßnahmen, die individuell auf den Hund und das Problem angepasst werden.

Trennungsangst

Trennungsangst ist ein klinisches Syndrom, welches auftritt wenn Hunde allein gelassen werden oder von ihrer Bezugsperson getrennt sind. Hunde die unter Trennungsproblemen leiden, bellen, winseln, setzen Kot oder Urin ab oder zerstören Dinge, wie Schuhe oder Möbelstücke, wenn sie alleine gelassen werden.
Trennungsangst wird sehr häufig von Hunden gezeigt, die eine sehr enge Bindung zu ihrem Besitzer haben.  In der Regel verfolgen diese ihren Besitzer auf Schritt und Tritt, schlafen auch sehr häufig  im Bett oder in unmittelbarer Nähe und begrüßen ihre Bezugsperson nach Abwesenheit überschwänglich. Manchmal gibt es auch einen Auslöser wie Umzug, veränderte Arbeitszeiten oder  ein Aufenthalt in einem Tierheim.
Für die Besitzer ist die Organisation des Tagesablaufs häufig sehr schwierig, da die Hunde nicht alleine gelassen werden können, ohne dass zu Hause Dinge zerstört werden oder es zu Problemen mit den Nachbarn kommt, weil die Hunde oft während der gesamten Abwesenheit bellen oder jaulen. Allerdings sollte eine Therapie auch im Sinnes des Hundes erfolgen, da das Alleinsein für den Hund einen extremen Stresszustand darstellt.

Alleine bleiben will gelernt sein. In vielen kleinen Trainingsschritten kann der Hund lernen, dass er sich auch in Abwesenheit des Besitzers entspannen kann.

Geräuschphobie

Angst vor lauten Geräuschen wie Schüsse, Feuerwerk oder Donner zeigt sich meist schon bei jungen Hunden. Bestimmte Rassen zeigen häufiger Angst vor Geräuschen, meist ist jedoch eine mangelnde Gewöhnung an Umweltreize in der Sozialisationphase des Welpen für die Entstehung des Verhaltensproblems verantwortlich. Häufig wird das Problemverhalten durch die Reaktion des Besitzers verstärkt, der versucht, seinen Hund zu beruhigen oder zu trösten. Geräuschphobien werden in der Regel mit zunehmendem Alter immer schlimmer. Sehr häufig reagieren die Hunde auf immer mehr Geräusche, verweigern in dieser Situation Dinge, die sie sonst gerne haben und brauchen immer länger, sich nach solch einem Ereignis zu beruhigen.

Ein langsames Gewöhnen an einzelne Geräusche in Kombination mit Managementmaßnahmen kann die Situation des ängstlichen Hundes deutlich verbessern.

Stereotypien

Eine Stereotypie ist  im Vergleich zu anderen Verhaltensproblemen wirklich ein abnormales Verhalten und wird nur bei vom Menschen gehaltenen Tieren gezeigt. Typische Beispiele beim Hund sind die akrale Leckdermatitis (Aufschlecken der Haut an den Gliedmaßen), Schwanz jagen, Kreiseln,  Fliegen (die nicht vorhanden sind) schnappen, Lecken (oder Saugen) oder in die Ecke starren.
Auslöser für Stereotypien sind Stressoren wie Zwingerhaltung, Langeweile, einschneidende Veränderungen in der Familie oder falsches Training. Bei einzelnen Rassen ist eine genetische Veranlagung bekannt.
Stereotypien werden nach Schwere der Symptome in verschiedene Stadien eingeteilt. Anfangs zeigen die Tiere das  Verhalten nur kurz und können es noch spontan unterbrechen. Später werden die Phasen länger, das Zwangsverhalten kann nur noch durch Reize von außen (ansprechen, anfassen) unterbrochen werden. Im Endstadium können die Tiere ihr Verhalten  kaum noch unterbrechen und auch lebensnotwendige Verhaltensweisen (wie Fressen und Trinken) werden nur noch  eingeschränkt gezeigt.
Die Therapie von Stereotypien ist sehr schwierig, da das Verhalten selbstbelohnend ist und es zu einem Suchtverhalten kommt. Ein frühzeitiges Eingreifen ist daher sehr wichtig.

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