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Gebärmuttervereiterung bei der Hündin – lebensbedrohlich!

Die eitrige Gebärmutterentzündung (Pyometra) stellt eine gefürchtete Erkrankung bei älteren, unkastrierten Hündinnen dar, bei der es zu Ansammlung von Eiter in der Gebärmutter kommt.

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Ursache

Bei unkastrierten Hündinnen besteht während der Läufigkeit die Gefahr, dass Keime in die Gebärmutter aufsteigen und sich dort  vermehren.  Während  der Läufigkeit ist der Muttermund der Hündin  geöffnet, sodass Bakterien über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter gelangen können.Gegen Ende der Läufigkeit steigt die Progesteron-konzentration und der Muttermund verschließt sich. Die Bakterien vermehren sich  und führen zu einer Entzündung und schließlich zu einer Eiteransammlung.
Eine weitere Ursache einer Pyometra stellt die Hormonbehandlung mit Gestagenen dar, die zur Läufigkeitsunterdrückung oder Verschiebung von manchen Hundebesitzern gewünscht wird, aus diesen Gründen aber abzulehnen ist.

Symptome

Die klinischen Anzeichen sind abhängig von der Art der Gebärmutterentzündung und dem Zeitpunkt der Vorstellung beim Tierarzt. Oft treten die Symptome erst vier bis zehn Wochen nach der Läufigkeit auf.
Die Patienten werden meist mit reduziertem Allgemeinbefinden, fehlender Futteraufnahme, vermehrtem Trinken, vermehrtem Urinabsatz und Fieber vorgestellt. Nicht immer ist eitriger Ausfluss an der Scheide sichtbar, da eine geschlossene Form der Pyometra vorliegen kann. Diese Patientinnen zeigen dann beim Abtasten einen pralleren Bauch und sind deutlich schmerzhaft.
Ist der Gebärmuttermund offen, kann der Eiter nach außen ablaufen. Oft lecken die Hündinnen den Eiter ab, meist ist aber bei der klinischen Untersuchung der Eiter auch an der Scheide oder im Fell sichtbar.
Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu stark gestörtem Allgemeinbefinden bis hin zum Schock kommen und eine Blut- oder Harnvergiftung auftreten.

Diagnose

Mit Hilfe von Röntgen und/oder Ultraschall kann die Diagnose gesichert werden.
Im Labor zeigen die Hündinnen eine deutliche Erhöhung der weißen Blutkörperchen.

Therapie

Nach wie vor ist die operative Entfernung der Gebärmutter die Therapie der Wahl.
Werden die Tiere erst im fortgeschrittenem Krankheitsstadium vorgestellt, muss zunächst eine Stabilisierung des Patienten mit Hilfe von Infusionen erfolgen.
Schmerzmedikation und Antibiose verstehen sich in diesem Fall von selbst.
Kommt eine Operation nicht in Frage, kann bei der offenen Form mit Aglepriston eine konservative Therapie versucht werden. Dieses Medikament wird zweimal im Abstand von 24 Stunden injiziert und nochmals nach 8 Tagen wiederholt. Ziel dieser Therapie ist es, den Muttermund weiter zu öffnen, so daß der Eiter abfließen kann und die Wirkung von Progesteron gehemmt wird. Gleichzeitig müssen die Hündinnen antibiotisch versorgt werden.

Prognose

Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt, ist die Prognose bei einem operativen Eingriff gut. Im fortgeschrittenem Fall kann es bei der geschlossenen Form auch zur Ruptur des Organs kommen und so kann Eiter in die Bauchhöhle gelangen.
Bei der konservativen Therapie muss der Therapieerfolg mittels Ultraschall kontrolliert werden. Zu beachten ist, dass bei der nächsten Läufigkeit erneut das Risiko einer Pyometra besteht.

Prophylaxe

Die beste Prophylaxe stellt die Kastration der Hündin dar.

Fazit

Eine akute Pyometra ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Die Patientinnen müssen unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Unbehandelt kann es zum Tod des Tieres kommen.

3 Kommentare

  1. Ich musste heute morgen um 4.30 Uhr unsere 13 jährige Colliehündin in die Tierklinik bringen da sie braun gelben Ausfluss aus der Scheide hatte.
    Wir haben uns mit dem Dienst habenden Arzt aufgrund ihres relativ guten Allgemeinzustandes f.eine OP entschieden.
    Jetzt bin ich schon in gr.Sorge ob alles gutgeht.
    Sie zeigte bis auf eingezogenen Schwanz keine Krankheitsanzeichen.
    Sitze nun wie auf Kohlen ob meine Maus das gut übersteht.

  2. Taravom Findling

    Was würden Sie denn empfehlen bei einer Hündin, die bereits im 13. Feld ist!? Tara ist eine Deutsch Drahthaar-Jagdhündin, die auch regelmäßig jagdlich geführt wird und immer noch sehr agil ist!

    Wir haben im Mai 2015 aufgrund o.g. Beschwerden, mit unserer Tierärztin die konservative Behandlungsmethode genutzt und es verlief soweit alles positiv 😉
    Leider verliert Tara nach wie vor Eiter (was ja für eine offene Cervix spricht!) und wir sind jetzt doch am Überlegen, bevor es nochmal zu ’ner akuten lebensbedrohlichen Situation kommt, eventuell doch die Gebärmutter entfernen zu lassen, um ihre Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten!
    Momentan is sie nämlich sehr stabil :)
    Gibt es denn bei Hunden in diesem Alter OP-Erfahrungswerte!?

    Vielen Dank
    Ihre Antje Krüger

    • Prinzipiell ist auch bei einer 13jährigen Hündin noch möglich. Wichtig sind hier natürlich entsprechende Voruntersuchungen (Labor, Herzabklärung). Ist hier alles in Ordnung, kann eine Operation erfolgen. Wichtig hierbei ist natürlich auch die Erfahrung des Chirurgen und ein gutes Narkosemanagement und Monitoring (Inhalationsnarkose…)
      Besprechen Sie dies doch nochmals mit Ihrer Tierärztin.
      Alles Gute

      Dr. Sabine Fischer

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