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Gesäugetumor Hündin

Gesäugetumore, auch als Mammatumore bezeichnet, zählen zu den häufigsten Tumoren bei Hündinnen. Sie treten vorwiegend bei älteren Hündinnen im Bereich der Gesäugeleiste, meist bei den hinteren Komplexen, auf. Diese Tumore können gut oder bösartig sein.

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Gutartige Tumore sind in der Regel klein, gut verschieblich, wachsen langsam und streuen nicht in andere Organe. Bösartige Tumore sind charakterisiert durch schnelles Wachstum, schlechte Verschieblichkeit und Metastasierungsneigung. Allerdings können auch kleine Gesäugetumore bereits bösartig sein. Daher sollte eine frühzeitige Operation erfolgen.
Eine Unterscheidung zwischen gutartiger Zubildung und bösartigem Krebs ist allein anhand der klinischen Untersuchung und dem Abtasten des Tumors nicht möglich. Eine exakte Beurteilung kann erst nach der Entfernung des Knotens und einer darauffolgenden Untersuchung der Zellen erfolgen.

Tumore in der Gesäugeleiste treten gehäuft bei unkastrierten Hündinnen auf. Eine Kastration vor der ersten Läufigkeit senkt das Risiko für diese Tumore erheblich, bereits nach der ersten Läufigkeit steigt die Tumorhäufigkeit an. Bei Hündinnen, die erst nach der zweiten Läufigkeit kastriert werden, steigt das Risiko für die Entwicklung von Gesäugetumoren sprunghaft an. Die frühe Kastration ist somit eine wichtige Vorsorgemaßnahme.

Vor einer Operation werden die Tiere klinisch und mit Hilfe von Blutuntersuchungen auf ihre Narkosefähigkeit überprüft. Es sollten mindestens drei Röntgenaufnahmen der Lunge angefertigt werden, um auszuschließen, dass bereits Metastasen in der Lunge vorliegen. Sind Metastasen vorhanden, muss man überlegen, ob eine Operation noch sinnvoll ist. Allerdings können winzig kleine Metastasen mit Hilfe einer Röntgenaufnahme nicht erkannt werden.

Die Untersuchung der Lymphknoten hilft bei der Entscheidung wie invasiv der operative Eingriff geplant wird. Bei vergrößerten Lymphknoten können diese mit Hilfe einer Feinnadelaspiration und nachfolgender Zytologie untersucht werden.

Operation

Mehrere Operationsmethoden stehen zur Verfügung. Die Wahl der Technik richtet sich auch nach der Anzahl der Umfangsvermehrungen. Sind in einer Gesäugeleiste mehrere Knoten zu tasten, ist es sinnvoll die gesamte Gesäugeleiste inklusive der zugehörigen Lymphknoten zu entfernen.

Ist nur ein Knoten tastbar, genügt es eventuell nur die halbe Leiste mit den Lymphknoten zu entfernen. So wird die vordere Hälfte der Gesäugekomplexe von Lymphknoten im Achselbereich, die hintere durch Lymphknoten in der Leiste versorgt.

Für eine exakte Diagnosestellung wird dann eine histologische Untersuchung des entnommenen Gewebes und der Lymphknoten eingeleitet. So kann beurteilt werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Prozess handelt und ob die Lymphknoten noch Tumor frei waren.

Dies ist für die Einschätzung der Prognose von Bedeutung. Die Prognose hinsichtlich der Lebenserwartung ist von der Tumorart, der Größe des Tumors, der histologischen Untersuchung und dem Vorliegen von Metastasen abhängig. Bei einem vollständig entfernten, gutartigen Tumor kann das Tier als geheilt betrachtet werden. Dies bedeutet aber nicht, dass an anderen Gesäugekomplexen keine neue Tumore auftreten können. Jeder neue Tumor muss wieder untersucht und behandelt werden.

War der Tumor bösartig, ist dies aber nicht gleich ein Todesurteil. Hat man den Tumor rechtzeitig erkannt und sind Blut- und Lymphgefäße noch tumorfrei, ist die Prognose nicht so ungünstig. Bei bereits erfolgter Metastasierung orientiert man sich immer am Allgemeinbefinden des Hundes. Eine Chemotherapie ist grundsätzlich möglich und wird beim Tier auch besser vertragen als bei Menschen, da man weniger aggressiv behandelt um die Lebensqualität des Tieres zu erhalten. Allerdings gibt es bisher keine groß angelegten Studien, die die Wirksamkeit einer  Chemotherapie bei Mammatumoren beweist. Einzelne Beschreibungen erscheinen aber sehr wohl als sinnvoll.

Häufig wird uns Tierärzten die Frage gestellt, ob nach einer Tumorentfernung  eine weitere Therapie zur Vorbeugung von Rezidiven möglich ist. Neben einer Chemotherapie  gibt es bisher kaum postoperative Therapien. Seit kurzem sind jedoch homöopathische Präparate verfügbar, die vom Tierarzt und von den Besitzern verabreicht werden  können. In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass durch die Verabreichung dieser Präparate weniger Tiere erneut einen Tumor entwickeln.

Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle durch den Besitzer und das Abtasten des Gesäuges bei den tierärztlichen Kontrolluntersuchungen. Denn je früher ein Tumor erkannt und entfernt wird, desto besser ist die Prognose.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    bei meiner Hündin 3 Jahre wurde ein Tumor(bösartig) enfernt.
    Was könnte ich ihr für ein homöopathiesches Mittel in Zukunft verabreichen,um Neubildung einzugrenzen.

    • Es gibt verschiedene homöopathische Tumorschemen, die man einsetzen kann. Um welchen Tumor handelt es sich denn? Bitte um Mitteilung.

      Dr. S. Fischer

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