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Mastzelltumor beim Hund

Was sind Mastzellen?
Mastzellen gehören zu den Zellen des blutbildenden Systems und sind an immunologischen, allergischen und entzündlichen Reaktionen beteiligt. Sie enthalten mehrere biologisch aktive Substanzen wie Heparin, Histamin oder Enzyme.

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Ein Mastzelltumor ist leider beim Hund ein sehr häufiger Tumor. Meist sind diese an den Gliedmaßen, am Rumpf oder Kopf lokalisiert. Eine Ansiedelung in den Organen ist auch möglich. Insbesondere sind Golden Retriever und Boxer betroffen.

Typische Symptome?

Prinzipiell gilt, dass jeder Knoten potentiell einen Tumor darstellen könnte. Alleine durch ein Fühlen der Knoten kann nie eindeutig gesagt werden, um welche Art des Tumors es sich handelt. Die Mastzelltumore können sehr unterschiedlich aussehen; sie können knotig-teigig, mit oder ohne Haare bedeckt sein, und sogar nässend-entzündlich erscheinen. Häufig findet man nur einen Knoten, manchmal können aber auch  mehrere vorhanden sein. Der Tierarzt sollte daher immer den gesamten Hund abtasten und untersuchen.
Da Mastzellen biologisch aktive Substanzen enthalten, kann es bei deren Freisetzung zu Symptomen, wie Juckreiz und lokalen Schwellungen, kommen.  Erbrechen, Darmblutungen und dunkel gefärbten Kot sind die Folge von Geschwüren der Magen – und Darmschleimhaut. Die betroffenen Tiere sind meist auch apathisch, fressen nicht mehr und zeigen Bauchschmerzen
Wenn viele Mastzellen auf einmal ihre Substanzen freisetzten, kann es zu einem auch zu einem allergischen Schock kommen, was lebensbedrohlich sein kann.

Wie wird ein Mastzelltumor festgestellt?

Eine Abtastung des betroffenen Knotens und eine allgemeine Untersuchung reichen für eine Diagnose nicht aus. Auch die begleitenden Symptome sind sehr unspezifisch und könnten auch genauso durch eine akute Magen-Darm-Entzündung, oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hervorgerufen worden sein.
Zunächst sollte der betroffene Knoten mittels einer Spritze und Kanüle punktiert werden. Das Zellmaterial wird auf einen Objektträger verbracht, angefärbt und mithilfe eines Mikroskops auf Mastzellen untersucht.

Welche Therapie gibt es? Wie ist die Prognose?

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass der Hund an einem Mastzelltumor leidet, wird das betroffene Gewebe chirurgisch entfernt. Davor sollte der Tierarzt den Hund auf mögliche Metastasen (z.B. Lymphknoten, Lunge, Leber, Milz) mittels Röntgen und Ultraschall untersuchen.
Nach der Operation ist es wichtig, dass ein Histologe/Pathologe das entfernte Gewebe untersucht, da er letztendlich den Grad des Tumors bestimmen kann.

Konnte der Tumor chirurgisch vollständig und großflächig mit einem Sicherheitsabstand entfernt werden und war der Tumor noch nicht in einem fortgeschrittenen Stadium, ist die Prognose für den Patienten in der Regel auch ohne weitere Therapie gut.
Ist keine komplette Entfernung möglich, oder der Tumor bereits in einem fortgeschrittenem Stadium sollte zusätzlich eine Chemo– oder Bestrahlungstherapie erfolgen. Die Bestrahlung soll Restzellen im Körper abtöten, was in mehrfachen Sitzungen erfolgen muss.
Sind schon Lymphknoten befallen und schwerere Symptome aufgetreten, ist die Prognose ungünstiger.

Wenn der Tumor schon gestreut hat, kann eine alleinige Chemotherapie die Lebensqualität noch verbessern und die Lebenserwartung verlängern.

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