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Herzerkrankungen beim Hund

Degenerative Mitralklappen-Erkrankung

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Die sogenannte „Degenerative Mitralklappen-Erkrankung“ stellt die häufigste erworbene Herzerkrankung bei Hunden dar. Hierbei handelt es sich um einen Herzklappenfehler, bei dem es zu einer Verdickung der Mitralklappe des Herzens kommt, so dass diese nicht mehr vollständig schließt. Daher fließt in der Auswurfphase des Herzens das Blut aus der linken Herzkammer in den linken Vorhof zurück. Typischerweise tritt diese Herzerkrankung vor allem bei kleineren Hunderassen ab einem Alter von acht Jahren auf. Eine Ausnahme bilden Cavalier King Charles Spaniels, bei denen diese Erkrankung bereits ab dem fünften Lebensjahr vorkommt. Aus bisher noch nicht erforschten Gründen sind männliche Hunde fast doppelt so häufig betroffen wie weibliche.
Anfangs sind die Tier häufig symptomlos. Bei Vorsorgeuntersuchungen fällt zunächst nur ein Herzgeräusch auf, welches durch den Rückfluss des Blutes in den Vorhof entsteht.
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kommt es  zu Herzinsuffizienz mit klinischen Erscheinungen. Typische Anzeichen für ein fortgeschrittenes Stadium sind Leistungsschwäche, Atemnot und Husten in Ruhephasen.
Nicht jeder Hund, bei dem die Degenerative Mitralklappen-Erkrankung diagnostiziert wird, benötigt sofort Medikamente. Solange Ihr Hund noch klinisch unauffällig ist, reicht eine jährliche Kontrolle. Sinnvoll ist es hierbei auch eine Röntgenaufnahme anzufertigen, um Herzgröße und die Lunge zu beurteilen
Bemerken Sie jedoch, dass Ihr Hund plötzlich schlapper wird, oder hustet, muss   eine  ausführliche kardiologische Untersuchung erfolgen. Neben Röntgen und Blutdruckmessung ist hier in jedem Fall ein Herzultraschall indiziert, um den Schweregrad der Erkrankung zu beurteilen und eine geeignete Therapie einzuleiten. Je nach Krankheitsstadium stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Am häufigsten werden Pimobendan, ACE-Hemmer und Entwässerungsmittel eingesetzt, die Ihrem Hund das Atmen erleichtern und ihm seine alte Bewegungsfreude zurückbringen können.

Dilatative Kardiomyopathie

Bei großen Hunderassen kommt vor allem die sogenannte „Dilatative Kardiomyopathie“ vor. Es handelt sich dabei um eine Schädigung des Herzmuskels, bei der die Wanddicke des Herzens abnimmt und es zu einer Herzvergrößerung kommt. Die Kontraktionsfähigkeit des Herzens wird dadurch reduziert, die Leistungsfähigkeit  gemindert, sodass im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung eine Herzinsuffizinenz die Folge ist. Die Veränderungen können im Röntgen und Ultraschall diagnostiziert werden. Herzgeräusche treten hier erst im späteren Krankheitsstadium auf, wenn das Herz schon deutlich vergrößert ist und dadurch der Klappenring auseinandergezogen wird.
Beim Dobermann und Boxer kann es durch Rhythmusstörungen zum plötzlichen Herztod, kommen, obwohl im Ultraschall noch keine Veränderungen am Herzen zu erkennen sind. Diagnostik der Wahl ist hier ein sogenanntes Holter EKG. Hierbei bekommt Ihr Hund für 24 Stunden das aufzeichnende EKG-Gerät mit einem Gurt und Verband um seinen Brustkorb und kann sich ganz normal bewegen.
Je nach Stadium der Erkrankung werden verschiedene Medikamente eingesetzt.

Angeborene Herzerkrankungen

Fallen bei der Untersuchung eines Welpen Herzgeräusche auf, sind diese meist durch Fehlentwicklungen des Herzens verursacht. Die drei häufigsten angeborenen Herzerkrankungen sind der persistierende Ductus arteriosus botalli (PDA), die Subaortenstenose/Aortenstenose und die Pulmonalstenose.
Beim PDA bleibt nach der Geburt eine  Verbindung zwischen der Hauptschlagader (Aorta) und der Lungenschlagader (Pulmonalarterie) bestehen, welche sich normalerweise  nach der Geburt spontan verschließt.
Angeborene Aorten- und Pulmonalstenosen sind Verengung der Klappen, die den Blutfluss behindern.
Angeborene Herzerkrankungen können nur durch einen Herzultraschall genau diagnostiziert werden. Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten in Frage.

Herzarrhythmien

Arrhythmien, also Unregelmäßigkeiten der Herzschlagfolge, entstehen durch Fehler in der Erregungsbildung  oder Erregungsleitung im Herz.
Hierfür gibt es viele Ursachen. Erkrankungen des Herzens aber auch systemische Erkrankungen können Rhytmusstörungen hervorrufen.
Eine gründliche klinische Untersuchung ist hier also wichtig. Zur näheren Beurteilung einer Rhythmusstörung ist das EKG Diagnostik der Wahl.
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache.

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