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Hunde aus dem Ausland

Gerade in südlichen Ländern gibt es viele herrenlose Hunde, die in Rudeln umher streunen und sich selbst ihr Futter suchen müssen. Natürlich hat man als Urlauber oft Mitleid mit diesen Hunden und möchte Ihnen helfen. Erst recht, wenn es sich hierbei um Welpen handelt. Dennoch sollte man nicht gedankenlos einen Hund mit nach Hause nehmen, wenn man selbst keine Möglichkeit hat, sich nach dem  Urlaub um ihn zu kümmern.

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Auch zahllose Tierschutzorganisationen vermitteln Hunde aus dem Ausland.
Vor Anschaffung eines solchen Hundes sollten Sie sich aber gut über Hund, Vorgeschichte und vor allen auch die entsprechende Tierschutzorganisation informieren.

Welche Risiken birgt ein Hund aus dem Ausland?

Im südlichen Ausland (Mittelmeerländer) und in vielen osteuropäischen Staaten gibt es  Krankheiten, bei denen Erreger durch blutsaugende Parasiten übertragen werden. Unbehandelt enden diese so genannten Reisekrankheiten häufig tödlich.
Hierzu zählen besonders:

Babesiose

Babesien sind Einzeller, die durch Zecken übertragen werden. Sie vermehren sich in den roten Blutkörperchen und zerstören sie. Blutarmut, hohes Fieber und Gelbsucht sind die Folge. Die Babesiose kann nur bei frühzeitiger Behandlung geheilt werden.

Leishmaniose

Leishmanien, ebenfalls Einzeller, besiedeln Haut, Lymphknoten und innere Organe, wie Knochenmark, Milz, Leber und Nieren. Die Übertragung geschieht durch Sandmücken. Die Hunde magern ab, haben teilweise Haarverlust und schwere Hautveränderungen. Durchfall, Erbrechen und Lahmheiten treten häufig auf. In einigen Fällen verläuft diese Infektion tödlich. In anderen Fällen kann eine lebenslange Behandlung die Symptome beseitigen, führt allerdings in vielen Fällen nicht zur Heilung.

Ehrlichiose

Ehrlichien werden von Zecken übertragen und befallen vor allem Blutzellen und Knochenmark. Die Symptome sind z.B. Fieber, Appetitlosigkeit, Schlappheit, Schwellungen der Gliedmaßen sowie Blutungen. Die Heilungschancen sind bei frühzeitiger und ausreichend langer Behandlung gut.

Dirofilariose

Die Larven dieser Rundwürmer werden von Stechmücken und Flöhen übertragen. Erwachsene Würmer (bis zu 20 cm lang) leben im Blut, vor allem in der rechten Herzkammer und den großen Gefäßen. Typische Symptome dieser Erkrankung sind mangelnde Belastbarkeit, Husten, Atemnot und Kreislaufschwäche. Die Behandlung führt nicht immer zum Erfolg.

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose ist sehr selten. Die Übertragung erfolgt nur dann, wenn der Hund eine infizierte Zecke frisst. Starke Abmagerung, Fieber und Schmerzen in den Muskeln und Knochen sind die Folge. Nur in der  Frühphase kann eine Behandlung versucht werden, eine Elimination der Erreger gelingt aber nicht. Unbehandelt verläuft die Krankheit schwer und endet in der Regel tödlich.

Leider können manche dieser Erkrankungen auch noch viel später auftreten, wenn der Hund schon lange bei seinem neuen Besitzer ist, dennoch sollte eine gute Tierschutzorganisation Hunde vor Vermittlung auf die genannten Krankheiten testen lassen. Denn leider haben wir es schon oft erlebt, dass ahnungslose Besitzer dann einen schwerkranken Hund haben und lange und aufwendige Therapien nötig werden.

Für Hunde ist eine gute Sozialisierung und Gewöhnung an die Umwelt nötig, um angstfrei durchs Leben zu gehen.
Hunde, die auf sich selbst gestellt sind, sind meist wenig auf Menschen sozialisiert. Sie haben entweder keine oder vielleicht auch schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht. Auch andere Erfahrungen, wie Autofahren oder ähnliches, was Hunden in unserer Geschellschaft abverlangt wird, kennen diese Tiere in der Regel nicht. Dies sollte ein zukünftiger Hundebesitzer bedenken.

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