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Leishmaniose – Infektion im Ausland

Die Leishmaniose ist eine Erkrankung, die vor allem bei Hunden vorkommt, die aus dem Ausland kommen oder mit ihrem Besitzer ins Ausland in Urlaub fahren. Die Leishmaniose wird durch durch Einzeller des Typus Leishmanien ausgelöst. Sie kommen vor allem in südlichen Ländern, wie Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland, Portugal oder der Türkei vor. Die Übertragung der Leishmanien erfolgt über die Sandmücke (Gattung Phlebotomus). Im Hund vermehren sich die Leishmanien und befallen spezielle Immunzellen (Makrophagen) in der Haut und den inneren Organen. Der Körper bildet Immunkomplexe mit dem Erreger. Diese können sich in den Blutgefäßen, Nieren und Gelenken ablagern und dort zu Entzündungen führen. Es kann, je nach Immunlage des Tieres, Monate bis Jahre dauern bis ein Tier Symptome zeigt.

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Die Symptome sind sehr unterschiedlich. Immunkomplexe in den Blutgefäßen können zu Schädigung der Niere oder Nekrosen an den Körperenden (Ohrränder, Pfoten) führen. Häufig sind die Tiere aber auch nur schlapp, zeigen Lahmheiten, Erbrechen, Augenentzündungen oder haben vergrößerte Lymphknoten. Hautveränderungen beginnen oft schleichend und treten meist im Gesichtsbereich auf. Die Haut ist oft schuppig, haarlos und entzündet und es können Hyperkeratosen (Verdickungen) an den Ballen oder der Nase auftreten. Die Krallen sind außerdem häufig brüchig.

Die Diagnose kann über eine Titerbestimmung im Blut oder eine Analyse aus einer Hautbiopsie erfolgen. Bei der Titerbestimmung ist zu beachten, dass es einige Wochen dauert bis der Körper Antikörper bildet. Deshalb ist es sinnvoll ein Tier erst einige Woche nach seinem Aufenthalt im Ausland zu testen.

Als Therapie wird das Medikament Allopurinol eingesetzt. Meist ist eine lebenslange Therapie notwendig. Zusätzlich kann zu Beginn N-Methyl-Glucamin-Antimonat als Infusion gegeben werden, um die Parasiten abzutöten. Ist die Niere betroffen, muss eine symptomatische Therapie für die Niere verabreicht werden.

Selten gelingt es die Leishmanien komplett zu eliminieren, weshalb eine regelmäßige Kontrolle des Tieres notwendig ist. Hunde, die bereits Nierenveränderungen zeigen, müssen abhängig vom Erkrankungsgrad alle drei bis sechs Monate kontrolliert werden.

Die Prognose korreliert stark mit der Ausprägung der Symptome. Hat der Hund Schädigungen innerer Organe, wie z.B. der Niere, erlitten ist die Prognose vorsichtig, bei Tieren die nur an der Hautform erkrankt sind, ist sie meist günstiger.

Die beste Prophylaxe ist eine gute Reisevorsorge und eine Kontrolle importierter Tiere. Soll der Hund mit in den Urlaub in ein südliches Land reisen, ist es essentiell, dass Medikamente (Spot on, Halsband) zur Abtötung der Sandfliegen angewendet werden. Seit diesem Jahr ist auch eine Impfung gegen Leishmaniose auf dem Markt. Diese ist anzuraten, wenn das Tier häufiger in betroffene Gebiete fahren soll. Die Impfung muss dreimal im Abstand von 3 Wochen und dann jährlich verabreicht werden und bietet dann einen guten Schutz. Eine hundertprozentige Sicherheit, dass das Tier nicht erkrankt, ist allerdings nie gegeben. Bei Tieren, die aus dem Ausland importiert werden, ist es immer ratsam sie auf die dort vorkommenden Reiseerkrankungen mittels einer Blutuntersuchung zu testen. Auch bei der Leishmaniose gilt, je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Therapiechancen.

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