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Leptospirose – Infektionskrankheit

Die Leptospirose ist eine ernst zunehmende, oft tödlich verlaufende Infektionskrankheit beim Hund. Sie wird durch Bakterien der Gattung Leptospira ausgelöst. Das Bakterium hat seinen Hauptwirt meist in Wildnagern. Diese scheiden die Erreger vornehmlich mit dem Urin aus. Außerhalb des Wirts können sich die Erreger, bei den passenden Bedingungen, über Wochen halten und auch vermehren. Bei warmen Temperaturen und in stehenden oder nur leicht fließenden Gewässern ist dies vor allem der Fall.

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Aufgenommen werden die Erreger meist oral. Hierbei trinkt der Hund aus Gewässern, die mit dem Urin infizierter Tiere verunreinigt sind. Auch das Fressen von infizierten Nagern oder Bissverletzungen durch diese Tiere sind eine Ansteckungsmöglichkeit. Der Erreger durchdringt aktiv die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und siedelt sich im Blut an. Besitzt der Hund nun ausreichend Antikörper, werden die Erreger im Körper eliminiert bevor es zu Symptomen kommen kann. Ist der Hund nicht geimpft oder nicht korrekt grundimmunisiert vermehren sich die Bakterien rasch. Sie schädigen die Wände der Blutgefäße und dringen in die Leber und die Niere ein. Hier verursachen sie Zellschädigungen und Entzündungen. Eine Gelbsucht ist möglich und es kann zum Tod durch Leber- oder Nierenversagen oder eine Blutvergiftung kommen. Hält die Infektion länger an bilden sich im Körper Antikörper und der Erreger wird zurückgedrängt. In den Nieren lassen sich die Bakterien aber noch über Wochen nachweisen. Sie werden hier auch weiterhin über den Urin ausgeschieden. Dieser Urin dient nun wieder als Infektionsquelle für andere Tiere.

Die infizierten Tiere zeigen als Symptome meist Fieber, Schwäche, Erbrechen und Durchfall, Blutungen (z.B. punktförmig in der Haut) und vermehrtes Trinken und vermehrten Urinabsatz. In einzelnen Fällen kann auch eine chronische Form entstehen, bei der der Hund meist eine Niereninsuffizienz zurück behält., Da die Symptome meist unspezifisch sind, sind Laboruntersuchungen für die Diagnosestellung notwendig. Oft haben die Tiere eine hohe Anzahl an weißen Blutkörperchen und wenige Blutplättchen und die Leber- und Nierenwerte im Blut sind verändert. Ein direkter Nachweis des Erregers im Blut oder Urin ist schwierig. Eine spezielle PCR Untersuchung aus Urin kann eingesetzt werden, wenn der Hund noch nicht antibiotisch vorbehandelt wurde. Weiterhin kann die Menge an vorhandenen Antikörpern bestimmt werden. Hierbei ist der, durch eine Impfung verursachte, Titer zu berücksichtigen.

Die Therapie beinhaltet eine entsprechende Antibiose und eine symptomatische Therapie, je nach dem klinischen Erscheinungsbild.  Meist sind die Betroffenen aber Intensivpatienten und benötigen eine permanente Überwachung und Infusionen. Die Prognose ist wegen der häufigen Schädigung von Leber und Niere stets vorsichtig.

Die beste Prophylaxe stellt die jährliche Impfung gegen Leptospirose dar. Es gibt viele verschiedene Serovaren (Unterformen) und leider kann nicht gegen alle geimpft werden. Bis jetzt wurde gegen Leptospira canicola und icterohaemorrhagiae geimpft. Seit Kurzem ist ein neuer Impfstoff auf dem Markt mit dem zusätzlich gegen Leptospira grippotyphosa geimpft werden kann. Hierbei ist entscheidend, dass eine neue Grundimmunisierung notwendig ist (Impfung zweimal im Abstand von 3-4 Wochen) und dass ab diesem Zeitpunkt auch für die jährlichen Auffrischungen nur noch der neue Impfstoff verwendet werden sollte. Nur so kann für alle Formen ein ausreichender Antikörpertiter erlangt werden. Mit dem richtigen Impfschema kann der Hund so zwar gegen die am häufigsten vorkommenden Serovare geschützt werden, aber ein kompletter Schutz kann durch die Vielzahl an Formen nie erreicht werden.

Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass die Leptospirose als Zoonose gilt. Dies bedeutet, dass der Erreger auch vom Tier auf den Menschen übergehen kann. Der Mensch infiziert sich meist über den Urin eines erkrankten Tieres oder über das Belecken von Hautwunden. Beim Menschen verläuft die Infektion ähnlich wie beim Hund und auch die Symptome gleichen sich. Somit ist beim Umgang mit einem erkrankten Tier besonders auf die Hygiene zu achten (vor allem das Tragen von Handschuhen auch im Umgang mit dem Urin). Die Leptospirose ist in Deutschland außerdem meldepflichtig, was bedeutet, dass jede nachgewiesene Leptospireninfektion dem Veterinäramt gemeldet werden muss.

2 Kommentare

  1. Caroline Lischetti

    Di 4.Juni 2012 haben wir unseren Foxterrier(11) in 14199 Berlin einschläfern müssen. Da Galle, Bauchspeicheldrüse und wohl auch Leber ko waren. Verdacht auf Leptospirosis. Ich hoffe , die Fälle werden gemeldet und bekannt . Und das Impfen zur Pflicht. Wir wussten bis dato nichts von der Krankheit. Schade für unseren Hund und uns.

    • Über eine Impfpflicht wird bisher nicht diskutiert. Allerdings sollten alle Tierärzte Ihre Hundehalter auf die Wichtigkeit dieser Impfung hinweisen. Leptospirose ist nämlich eine Zoonose (auch für den Menschen ansteckend) und in Deutschland wohl wieder auf dem Vormarsch.
      Dr. S. Fischer

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