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Morbus Cushing (Hyperadrenokortizismus) – zu viel Hormone!

Die Nebennieren sind zwei kleine Organe, die sehr wichtig sind. Auch wenn „Niere“ in der Organbezeichnung steckt, haben diese beiden kleinen Organe nichts mit den eigentlichen Nieren zu tun, sie liegen nur in der Nähe der Nieren.

Sie produzieren zwei Hormone, die Gluko- und Mineralokortikoide, die durch den Weitertransport über das Blut, sämtliche Zellfunktionen des gesamten Körpers beeinflussen.
Wenn zu viel oder zu wenig von diesen Hormonen zur Verfügung stehen, werden die Zellen geschädigt.
Glukokortikoide beeinflussen das Wohlbefinden des Tieres und beeinflussen den Appetit und das Immunsystem.
Mineralokortikoide kontrollieren die Konzentration der Elektrolyte Natrium und Kalium im Körper.

Ursache

Beim Morbus Cushing ist zu viel von dem natürlichen Glukokortikoid Kortisol im Körper und dies führt zu schwerwiegenden medizinischen Problemen.
Zum einen kann es durch eine zu hohe Gabe von Kortisonmedikamenten (Prednisolon, Methylprednisolon, Dexamethason) zu einer hohen Konzentration im Körper kommen. Die entsprechenden Medikamente müssen dann vom Tierarzt niedriger dosiert, oder abgesetzt werden.
Die natürliche Form ist bei älteren Hunden relativ häufig. Bei Katzen kommt sie sehr selten vor. Wenige Hunde und Katzen haben einen kleinen Tumor in einer ihrer Nebennieren, welcher zu viel Kortisol produziert (adrenaler Morbus Cushing).
Die meisten Hunde und Katzen haben einen kleinen Tumor in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), der zu einer stetigen Kortisolproduktion in den Nebennieren führt (hypophysärer Hyperadrenokortizismus).

Symptome

Zu viel Kortisol im Körper führt zu vielen verschiedenen Symptomen, die von Patient zu Patient sehr variieren können.

Die häufigsten Symptome sind:

– Erhöhte Urinproduktion und vermehrtes Trinken. Einige produzieren sogar so viel Urin, dass sie diesen im Schlaf absetzen, oder beginnen, in die Wohnung zu urinieren.
– Ausgeprägtes Hungergefühl, Heißhunger.
– Fehlendes Nachwachsen der Haare nach Haarverlust, insbesondere am Rücken, Schwanz und Hinterseite der Hinterbeine. Es kann bis zum völligen Haarausfall kommen.
– Muskelschwäche, ausgezeichnet durch Probleme beim Treppensteigen oder Springen. Die Hunde sind schnell erschöpft und das Aufstehen nach einiger Ruhezeit kann Ihnen schwer fallen.

Einige variable Symptome, die dennoch häufig auftreten sind vermehrtes Hecheln, dünne Haut, Infektionen der Haut, oder eine vergrößerte Leber. Blut- und Urinwerte können ebenfalls verändert sein. Im Blut sind vor allem Leberwertveränderungen auffallend, ohne zu einer funktionellen Beeinträchtigung der Organfunktion zu führen. Auch hohe Blutfette und ein erhöhter Blutdruck sind mit der Erkrankung vergesellschaftet. Oft ist der Urin zu wenig konzentriert und es kann zu Harnwegsinfektionen kommen.

Diagnose

Es sollte sowohl eine Blut- als auch eine Urinuntersuchung durchgeführt werden. Zum Ausschluss einer Erkrankung des Atemtraktes, sollte eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs angefertigt werden. Des Weiteren ist eine Ultraschalluntersuchung anzuraten, um mögliche Leber- und Nebennierenveränderungen zu beurteilen. Über 90 % der Nebennierentumore können durch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes dargestellt werden (adrenaler Cushing). Ist das Geschehen durch einen Tumor der Hypophyse ausgelöst worden, sind im Ultraschall beide Nebennieren vergrößert, was ebenfalls einen Hinweis auf die Erkrankung gibt.
Wenn nun der Verdacht eines Morbus Cushing besteht, verhelfen Hormontests zu einer Diagnose. Es handelt sich um den ACTH-Stimulations-Test (Eiweiß der Hypophyse), den LDDS-Test (Kortison-Stimulationstest) und den Urin-Kortisol-Kreatinin-Quotienten (UCC).
Der UCC wird oft als Suchtest durchgeführt; im positiven Fall muss ein ACTH-Stimulations-Test, bzw. ein LDDS-Test durchgeführt werden. Alle diese Tests werden routinemäßig verwendet und jeder hat seine Vor- und Nachteile, die Sie je nach Patient am besten mit Ihrem Tierarzt besprechen.

Therapie

Eine Therapie ist unbedingt anzuraten! Unbehandelte Tiere haben ein hohes Risiko eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Lungenembolie, oder Harnsteine zu entwickeln. Des Weiteren leiden sie lebenslang an den oben aufgeführten Symptomen. Zudem erkranken sie schneller an Diabetes mellitus.

Je nach Untersuchungsergebnis besteht die Möglichkeit einer Therapie mit Medikamenten oder einer Operation. Ein Tumor einer Nebenniere (adrenaler Morbus Cushing) kann operativ entfernt werden (Adrenalektomie). Da diese Operation aber sehr schwierig ist, sollte diese nur von Spezialisten durchgeführt werden.
Sowohl ein hypophysärer, als auch ein adrenaler Morbus Cushing kann sehr erfolgreich medikamentös behandelt werden. Das Medikament hemmt die Herstellung von Kortisol in den Nebennieren. Es muss täglich und lebenslang gegeben werden. Die Dosierung muss anfangs häufiger, dann in größeren Abständen regelmäßig kontrolliert werden.

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