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Prostataerkrankungen beim Rüden

Die  Vorsteherdrüse (Prostata) produziert einen Teil der Samenflüssigkeit und gibt diese in die Harnröhre ab. Sie liegt im Becken und umschließt die Harnröhre zirkulär.

Bei älteren Rüden leiden vier von fünf Hunden unter einer Veränderung der Prostata.

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Benigne Prostatahyperplasie (Gutartige Prostatavergrößerung)

Bei unkastrierten Rüden kommt es im Alter häufig zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. Die betroffenen Rüden zeigen in der Regel rezidivierendes blutiges Tröpfeln aus der Penisspitze. Weitere Symptome sind Beschwerden beim Harn- und Kotabsatz.

Veränderungen im Harnabsatzverhalten sind für die Besitzer oft nicht so deutlich. Beim Kotabsatz allerdings setzt sich der Rüde immer wieder hin, ohne Kot abzusetzen und sucht immer wieder einen neuen Platz bis es letztlich zum Kotabsatz kommt. Der abgesetzte Kot sieht dann platt gedrückt aus.

Die Vergrößerung der Prostata kann der Tierarzt bei einer rektalen Untersuchung feststellen und durch Ultraschall oder Röntgen bestätigen.

Durch hormonelle Behandlung kann die Prostata wieder verkleinert werden. Hierzu stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Auch die „hormonelle Kastration“ mit einem Hormonchip führt zur Verkleinerung der Prostata. Die Wirkung dieser Chips halten circa sechs Monate bzw. ein Jahr an. Die Kastration des Rüden stellt eine endgültige Lösung dar.

Prostatazysten

Im Zusammenhang mit der Prostatavergrößerung kann es auch zu einer zystischen Veränderung der Prostata kommen. In der Regel handelt es sich hier um kleine Zysten, also kleine flüssigkeitsgefüllte Blasen, die durch Abflussstörungen in den Ausführungsgängen entstehen. Die Diagnosestellung kann nur mittels Ultraschall erfolgen. Die Rüden zeigen Symptome wie bei der Prostatavergrößerung. Behandlung entspricht der der gutartigen Prostatavergrößerung. Kleine im Prostatagewebe liegende Zysten fügen dem Hund in der Regel keinen Schaden zu und zur Behandlung reicht eine hormonelle Behandlung. Bei immer wiederkehrenden Problemen kann auch hiere die Kastration durchgeführt werden.

In Einzelfällen können allerdings extrem große Zysten außerhalb der Prostata entstehen, die operativ behandelt werden müssen.

Prostatitis (Entzündung der Prostata)

Eine Entzündung der Prostata wird in der Regel durch bakterielle Infektionen der Harnorgane ausgelöst. Die Hunde zeigen ebenfalls blutiges Harntröpfeln. Allerdings ist das Allgemeinbefinden meist deutlich reduziert, sie haben Fieber und Schmerzen.

Die Diagnose ergibt sich aus dem klinischen Bild, der Ultraschalluntersuchung und im Bedarfsfall der Punktion der Prostata mit zytologischer Untersuchung des Aspirates.

Entzündungshemmende Schmerztherapie und Antibiose müssen ausreichend lang und konsequent durchgeführt werden (min 4 Wochen).

Prostataabszesse

Aus einer bakteriellen Entzündung können sich Prostataabzesse bilden, wenn diese nicht rechtzeitig erkannt und die entsprechende Therapie nicht lange genug durchgeführt wurde.

Prostataabszesse müssen chirurgisch entfernt werden.

Prostatatumore

Tumore der Prostata sind beim Hund sehr selten. Sie treten vor allem bei älteren Rüden mittelgroßer bis großer Rassen auf. Diese Patienten werden meist wegen Harn- und Kotdrang, Verstopfung und reduziertem Appetit vorgestellt.

Durch Ultraschall, Feinnadelaspiration und Zytologie (Untersuchung der Zellen) kann bei Verdacht ein Tumor diagnostiziert werden. Prostatatumore sind meist bösartige Karzinome mit Neigung zur Metastasierung.

In der Regel ist eine operative Therapie nicht möglich. Mit Hilfe von entzündungshemmenden Scherzmitteln ist hier das Ziel, für die verbleibende Lebenszeit die Lebensqualität des Hundes zu erhalten.

Vorsorge

Da es bei fast allen unkastrierten Rüden im Laufe des Lebens zu Prostataveränderungen kommt, sollte bei männlichen Tieren  spätestens ab einem Alter von fünf Jahren die Untersuchung der Prostata Teil der jährlichen Gesundheitsvorsorgeuntersuchung sein. Durch einfaches Abtasten der Prostata kann der Tierarzt Vergrößerungen oder schmerzhafte Zustände erkennen und im Bedarfsfall weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder Röntgen einleiten.

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