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Rattengift – Vergiftungen bei Hund und Katze

Die in der Schadnagerbekämpfung eingesetzten sogenannten Rattengifte sind auch für Hund und Katze giftig. Verschiedenen Formen des Stoffes Cumarin führen auch bei unseren Haustieren zu einer Störung der Blutgerinnung, die in Verbluten enden kann.

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Was ist Cumarin?

Natürlich kommt Cumarin als sekundärer Pflanzenstoff vor, der für einen süsslichen Geruch der Pflanze sorgt. Synthetisch und hochkonzentriert hergestellt werden Cumarine als Gift zur Bekämpfung von schädlichen kleinen Säugetieren eingesetzt. Der Stoff hemmt das Vitamin K im Körper, das dringend zur Herstellung einiger Blutgerinnungsfaktoren benötigt wird.

Was passiert?

Wenn Tiere Cumarin aufnehmen gelangt der Stoff über das Blut in die Leber. Es macht dort das vorhandene Vitamin K unbrauchbar. In der Leber können dann mehrere Gerinnungsfaktoren nicht mehr hergestellt werden, weil dafür Vitamin K benötigt wird. Somit können kleine Verletzungen zu starken Blutungen führen. Da im Körper auch immer wieder kleine Undichtigkeiten an Blutgefäßen entstehen, die dann nicht verschlossen werden, können diese Tiere auch innerlich verbluten.

Klinische Anzeichen

Grundsätzlich können Blutungen in jedem Organ auftreten und daher kann die klinische Symptomatik anfangs sehr unterschiedlich sein.
Allgemein führt der Blutverlust zu blassen Schleimhäuten im Maul und an den Augen, Mattigkeit und Schwäche, manche Tiere entwickelt starkes Hecheln oder Atemnot. Häufig sieht man kleine rote punktuelle Blutungen am Zahnfleisch oder am Körper, bis hin zu großflächigen „Blutergüssen“ unter der Haut. Weitere häufige Symptome sind Blut im Kot, im Urin oder in Erbrochenem.

Diagnostik und Therapie

Wenn die Giftaufnahme beobachtet wurde, muss das Tier sofort zum Tierarzt gebracht werden. Dort kann man das Tier erbrechen lassen bzw. mit einer Magen-Darm-Spülung versuchen, so viel Cumarin wie möglich wieder aus dem Körper zu holen, bevor es weitere Schäden anrichtet.
Häufig wird die Giftaufnahme vom Besitzer nicht bemerkt und das Tier erst wegen den oben genannten Symptomen vorgestellt.
Die Verdachtsdiagnose kann über eine entsprechende Untersuchung des Blutbildes und der Gerinnungsparameter in der Klinik bestätigt werden.
Betroffene Tiere werden stationär aufgenommen und mit Infusionen und Medikamenten, vor allem durch Gabe von Vitamin K, stabilisiert. Hat der Patient schon sehr viel Blut verloren haben, kann eine Bluttransfusion notwendig werden.
Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt und die entsprechende Therapie eingeleitet, geht es den Patienten meist nach zwei Tagen wieder deutlich besser und sie können nach Hause entlassen werden.
Aber auch nach dem Aufenthalt in der Tierklinik, sind noch längere Behandlungen über mehrere Wochen mit Vitamin K notwendig, da viele moderne Cumarine eine Langzeitwirkung haben.

Keine Giftaufnahme, aber trotzdem die beschriebenen Symptome?

Stellen Sie Ihr Tier auf jeden Fall bei Ihrem Tierarzt vor! Manche der modernen Rattengifte, haben eine verzögerte Wirkung; d.h. Es kann schon bis zu 3 Wochen her sein, das Ihr Tier mit dem Gift in Kontakt kam und die volle Wirkung entfaltet sich erst jetzt. Der Tierarzt kann mit verschiedenen Blutuntersuchungen feststellen, ob eine Gerinnungsstörung vorliegt und eine entsprechende Behandlung einleiten.

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