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Spielverhalten beim Hund

Per Definition ist Spielverhalten meist eine Aneinanderreihung von Bewegungsabfolgen ohne wirklichen Sinn. Es wird vor allem von Jungtieren gezeigt. Beim Spiel treten Bewegungsabfolgen des Beutefangs, des Kampfes oder des Sexualverhaltens, allerdings ohne Endhandlung auf.

Spielende Tiere wechseln oft, innerhalb von kurzer Zeit, mehrfach die Rollen. Durch Spielverhalten werden die normalen Verhaltensweisen optimiert. Im Spiel wird zum Beispiel jagen, anschleichen und verfolgen, sowie das Attackieren trainiert.

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Spielen als Kommunikationsform des Hundes

Spielen ist eine der schönsten Kommunikationsformen des Hundes. Im Spiel zwischen Hunden wird:

  • die Sozialverträglichkeit getestet,
  • die Rangordnung gefestigt
  • und Spannungen können abgebaut werden.
  • Ein gutes Spiel ist Spaß und Beschäftigung für alle Beteiligten.

Wichtig ist aber, das Spiel genau einschätzen zu können, um im Zweifelsfall einzuschreiten, denn auch im Spiel kann Stress entstehen oder es kann umschlagen und in einer ernsthaften Auseinandersetzung enden.

Ist bekannt, dass der Hund unverträglich ist, darf der Hund natürlich nicht einfach mit Artgenossen zusammen gelassen werden, denn eine Rauferei sollte nach Möglichkeit immer vermieden werden. Legt der Hund sich vermehrt mit anderen an, empfiehlt es sich in einem überwachtem Einzeltraining daran zu arbeiten.

Im Spiel werden schon von Klein auf alle Verhaltensweisen gezeigt, die der Hund im normalen Leben benötigt. Das bedeutet:

  • Unterwerfung
  • Aggression
  • Demut
  • Imponieren
  • Aufreiten und vieles mehr, meist in überzogener Form, mit Spielaufforderungen gemischt.

Ausgeglichenes vs. unausgeglichenes Hundespiel

Ausgeglichenen Hundespiel

In einem ausgeglichenen Spiel wechseln sich Unterwerfer und Unterworfener regelmäßig ab, jagen, rollen und toben im Wechsel und haben ein „Spaßgesicht“. Das Spaßgesicht sieht entspannt aus, meist mit leicht zurückgezogenen Lefzen, entspannten Ohren und einem freundlich, offenen Blick.

Unausgeglichenen Hundespiel

In einem unausgeglichenen Spiel wird einer vermehrt gejagt, unterworfen oder zu grob behandelt. Die Vorzeichen zu erkennen ist wichtig. Vermehrtes Rempeln, Anstarren oder in eine Ecke drängen, sind meist Anzeichen für ein Umkippen. Meist zeigt der Unterlegene auch Stress- oder Beschwichtigungssignale, auch hierauf sollte geachtet werden. Nicht jeder Hund spielt gerne und nicht jeder Hund spielt gerne mit jedem. Die meisten Hunde toben gerne mit Artgenossen mit ähnlichem Temperament. Eine kleine, eher schüchterne Hündin wird sich von einem großen, wilden Rüden eher überrumpelt fühlen und ein älterer Rüde wird nicht immer die Ausdauer zum Spiel mit einem Jungspund haben.

Die Wahl des Hunde Spielpartners

Meist spielen Rüden und Hündinnen lieber miteinander als mit dem gleichen Geschlecht, vor allem bei ausgewachsenen, unkastrierten Tieren. Generell gilt allerdings: jeder Hund sollte sich seine Spielpartner selbst aussuchen, denn auch bei Hunden kann Liebe manchmal ungewöhnlich sein.

Hunde ohne oder mit vermindertem Spieltrieb

Es gibt Hunde die gar nicht gerne mit Artgenossen spielen. Das kann mehrere Gründe haben. Einige haben es nie richtig gelernt, denn schlecht sozialisierte Tiere haben häufig Probleme mit richtiger Kommunikation. Auch schlechte Erfahrungen können eine Ursache sein. Es gibt aber auch Tiere, gerade wenn sie älter werden, die kein Interesse am spielen haben. Zwingen kann man keinen zu einem ausgelassenen Spiel, aber auch ein kleines Schnuppern oder ein kurzer gemeinsamer Spurt über die Wiese stärken das Sozialverhalten und zumindest diese Möglichkeit sollte allen Hunden gegeben werden.

Mit Hundeleine kein Spielen möglich?

Der Kontakt an der Leine kann unterschiedlich betrachtet werden. Generell ist der Aktionsradius stark eingeschränkt und somit die Kommunikation behindert. Für viele Hunde stellt dies kein Problem dar und gerade an Orten an denen die Hunde nicht frei laufen dürfen oder bei Hunden die sich noch in der Ausbildung befinden, was den Rückruf betrifft, ist ein Kontakt an der Leine definitiv schöner als keiner. Generell sollten die Halter sich aber immer vorher abstimmen, denn gerade unsichere Hunde fühlen sich an der Leine schnell bedrängt und es kann zu Reibereien kommen. Was prinzipiell abzulehnen ist, ist der Kontakt, wenn ein Hund frei und einer an der Leine ist. Die Grundvoraussetzung sollte für beide immer gleich sein, sonst zieht der Hund an der Leine automatisch den Kürzeren.

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