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Vestibularsyndrom des Hundes

Gleichgewichtssstörungen zählen zu den häufigsten neurologischen Problemen bei Hunden.

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Das Vestibularorgan

Das Gleichgewichtsorgan oder Vestibularsystem setzt sich aus einem peripheren Anteil im Innenohr und einem zentralen Anteil im Hirnstamm und Kleinhirn zusammen. Es nimmt alle Beschleunigungen wahr und vermittelt einen Bezug zur Erdanziehung an das Gehirn und ist somit für die Orientierung im Raum verantwortlich. Des Weiteren ist das Organ mit der Gliedmaßenmuskulatur, mit einigen Augenmuskeln und dem Brechzentrum verbunden.

Ausfälle des Vestibularorgans (Vestibularsyndrom)

Das Vestibularsyndrom ist gekennzeichnet durch gestörte Bewegungskoordination (Ataxie), Kreislaufen, unkontrollierte, rhythmische Bewegung des Auges, bzw. der Augen, (Nystagmus) und Kopfschiefhaltung.

Mögliche Begleitsymptome sind abhängig von der anatomischen Lokalisation der Läsion. Bei Innenohrentzündungen zeigen die Tiere Kopfschütteln, Kratzen, Hängenlassen einer Lefze und eventuell Vorfall des 3. Augenlids.
Hirnstammerkrankungen sind dadurch gekennzeichnet, dass die Tiere kein Stehvermögen oder einen wackeligen Gang sowie Bewusstseinsveränderung haben.
Bei Kleinhirnerkrankungen treten Gliedmaßenzittern in einer bestimmten Bewegungsrichtung, ein übermäßiges, übertriebenes Gangbild sowie eine fehlende Drohreaktion des Auges auf.

Das geriatrische Vestibularsyndrom

Bei mittelalten bis älteren Hunden tritt häufig das sogenannte geriatrische Vestibarsyndrom auf. Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Man vermutet hier Störungen der Durchblutung. Symptome treten sehr plötzlich auf. Der Kopf wird zur betroffenen Seite hin schief gehalten und die Tiere zeigen Nystagmus. Auch Schwindel und Erbrechen kann vorkommen. Andere neurologische Symptome wie z.b. die Lähmung des Fazialisnervs oder ein Hornersyndrom mit Vorfall des 3. Augenlids und Hängen des Oberlids sind nicht vorhanden.

Diagnostik

Neben einer klinischen und labordiagnostischen Aufarbeitung des Falles, sollte immer eine gründliche Ohruntersuchung mittels Otoskop durchgeführt werden.
Auch ein Schädelröntgen kann hilfreich sein.
Mithilfe einer kompletten neurologischen Untersuchung und der klinischen Symptome ist in der Regel eine Zuordnung in peripher oder zentral möglich. Dies ist wichtig für die Prognose und vor allem für die weiter einzuleitenden Untersuchungen.
Bei Beteiligung des Hirnstammes oder des Kleinhirns müssen für eine genaue Diagnose bildgebende Verfahren wie MRT und eine Liquoruntersuchung in Narkose durchgeführt werden.

Therapie und Prognose

Liegt als Ursache eine mangelhafte Durchblutung zugrunde,, kann diese zunächst durch Infusionstherapie und fortwährend durch ein bestimmtes Medikament gesteigert werden. Die Prognose ist hier günstig. Meist kommt es bereits innerhalb von Tagen zu einer Besserung.
Bei einer Entzündung oder Infektion des Ohres, können gezielt Medikamente dagegen eingesetzt werden.
Sind systemische Erkrankungen oder zentralnervöse Erkrankungen dafür verantwortlich, fällt die Therapie und Prognose je nach Ursache sehr unterschiedlich aus.

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