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Bissverletzungen bei der Katze

Bissverletzungen bei der Katze sind häufig Folge von Revierkämpfen. Aber manche Katzen holen sich ihre Verletzungen auch bei Auseinandersetzungen mit Hunden, Ratten oder Mardern.

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Klinische Anzeichen

Bei Raufereien unter Katzen sind meist nur kleine Bisswunden vorhanden. Da in der Maulhöhle der Katze massenhaft Keime sind, kommt es sekundär häufig zu Phlegmonen oder Abszessen.
Bei Bisswunden durch Hunde können die Verletzungen auch tiefe Hautwunden mit Muskelzerreißungen darstellen oder innere Organe betroffen sein. Sind Muskelschichten betroffen, bluten die Wunden in der Regel sehr stark. Im Gliedmaßenbereich können auch Sehnen, Bänder oder Knochenstrukturen betroffen sein und zu Lahmheiten führen.
Marderbisse sind häufig im Halsbereich zu finden.

Diagnostik

Bei Hinweisen auf Raufereien sollten die Katzen bereits vom Besitzer gründlich angeschaut werden, da kleinere Wunden oft unter dem Fell verborgen sind. Manchmal fällt nur ein verklebtes oder blutverschmiertes Fell auf.
Bei Hinweisen auf Hautverletzungen, Lahmheiten oder anderen Auffälligkeiten, sollte dann möglichst rasch eine gründliche Untersuchung beim Tierarzt erfolgen. Auch zunächst klein erscheinende Wunden können in die Tiefe ziehen, da es durch das Anreißen häufig zur Abhebelung der Haut mit großen Wundhöhlen kommt. Bei starken Blutungen sollte immer in Narkose, das Ausmaß der Verletzung beurteilt werden, da häufig tieferliegende Gewebeschichten verletzt sein können.
Bei bestehender Lahmheit sollten auch Röntgenaufnahmen der Gliedmaßen durchgeführt werden, um die Knochenstrukturen beurteilen zu können.

Therapie

Bisswunden sollten freigeschoren und ausführlich gereinigt werden. Da sie sich durch die in der Maulhöhle vorkommenden Keime in der Regel immer infizieren, sollten die Katzen möglichst rasch antibiotisch und entzündungshemmend versorgt werden.
Bei tieferen oder größeren Wunden müssen nach einer gründlichen Wundtoilette Drainagen gelegt und eine Wundnaht durchgeführt werden.
Manchmal werden die Katzen erst vorgestellt, wenn sich bereits ein Abszess oder eine Phlegmone gebildet hat. In der Regel ist dann eine Abszessspaltung und Wundtoilette in Narkose nötig.
Kontrollen und Wundbehandlungen müssen anfangs täglich erfolgen.
Wurden Katzen Opfer von Hunden, können sie im Schock sein und daher auch eine Schocktherapie mit intravenösen Infusion nötig werden.
Sind innere Organe verletzt, müssen die Tiere intensivmedizinisch versorgt und entsprechende notwendige Operationen durchgeführt werden.

Prognose

Die Prognose von Bissverletzungen und Abszessen ist in der Regel sehr gut. Sind Verletzungen im Brust- oder Bauchraum mit Beteiligung innerer Organe vorhanden, können diese leider in einzelnen Fällen auch tödlich verlaufen.

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