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Corneasequester – was ist das?

Die auffälligen schwarzen Flecken auf der Hornhaut von Katzen nennt man Corneasequester (Hornhautsequester) oder Cornea nigra. Die runden, dunklen Flecken liegen meist zentral auf der Hornhaut und sind auch für Tierbesitzer nicht zu übersehen.

Ursache

Bei dieser Hornhauterkrankung kommt es zur Pigmenteinlagerung in der Hornhaut. Bisher ist die genaue Ursache nicht geklärt. Man vermutet, dass das Pigment aus der Tränendrüse stammt. Katzen mit kurzen Schädeln und großen Augen scheinen häufiger betroffen zu sein. Eine genetische Veranlagung wird vermutet. Ebenso können ein gestörter Tränenabfluss, das exponierte Auge oder die Lidstellung eine Rolle bei der Entstehung spielen. Auch die Beteiligung des felinen Herpesvirus wird als Auslöser diskutiert.

Symptome

Typisch für diese Erkrankung ist der schwarze Fleck auf der Hornhaut. Da dies in der Regel für die Katzen schmerzhaft ist, zeigen Sie Lichtscheue und kneifen das Auge zu. Vermehrter Tränenfluss ist meist vorhanden.

Verlauf

Die Hornhaut in diesem Bereich ist defekt. Tränenflüssigkeit kann so in die Hornhaut eindringen und zu einem Hornhautödem führen. Die Hornhaut stirbt ab und es kommt zu immer weiteren Pigmenteinlagerungen. Sekundärinfektionen v.a. in den Randbereichen komplizieren den Krankheitsverlauf und zerstören weiteres Hornhautgewebe. Im fortgeschrittenen Stadium greift die Entzündung auf das Augeninnere über und es besteht die Gefahr, dass die Hornhaut durchbricht und das Auge kaputt geht.

Therapie

Eine medikamentöse Therapie ist hier nicht möglich. Das veränderte Gewebe muss chirurgisch abgetragen werden. Hierbei wird unter Mikroskopkontrolle das abgestorbene Gewebe schichtweise abgetragen. Es handelt sich hier um einen diffizilen Eingriff, der von einem Spezialisten durchgeführt werden sollte. Reicht das nekrotische Gewebe schon an die unterste Schicht der Hornhaut, besteht die Gefahr der Ruptur.
Für oberflächliche Defekte kann die Hornhaut nach dem Abtragen des entfernten Sequesters unter einer Kontaktlinse oder einer sogenannten Nickhautschürze abheilen. Tiefgehende Eingriffe benötigen ein entsprechendes Transplantat.
Prädisponierende Faktoren wie das Entropium (Einrollen des Lides) müssen chirurgisch mit behandelt werden, um Rezidive zu vermeiden.

Prognose

Je früher ein Hornhautsequester behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Nach einer erfolgreichen Operation heilt die Hornhaut in der Regel innerhalb von 14 Tagen ab. Narbengewebe kann als Trübung auf der Hornhaut zurückbleiben, stört die Katze aber nicht.
Unbehandelt kann es zu Entzündungen des Augeninneren kommen, zur Ruptur der Hornhaut und zum Verlust des Auges.

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