Home » Katze » Gesundheit » Diabetes bei der Katze

Diabetes bei der Katze

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen bei Katzen im mittleren bis fortgeschrittenen Alter. Er entsteht durch einen Insulinmangel, der dazu führt, dass Zucker nicht mehr von der Blutbahn in die Zelle, ihrem eigentlichen Wirkungsort, gelangen kann. Erste Symptome für einen Diabetes beim Tier sind übermäßiger Urinabsatz, gesteigerter Durst, Lethargie, Gewichtsverlust und struppiges, glanzloses Fell. Es kann sowohl ein übermäßiger Appetit als auch völlig fehlende Futteraufnahme beobachtet werden. Leider können sich diese Symptome sehr schleichend über Wochen bis Monate entwickeln.

katze3

Potenzielle Ursachen für Diabetes mellitus, man spricht analog zum Menschen von einem Typ II Diabetes, sind eine ganze Reihe von verschiedenen Erkrankungen, die mit einer Abnahme der Insulin produzierenden Zellen (ß-Zellen) der Bauchspeicheldrüse (u. a. Entzündung, Tumore) oder einer zunehmenden Insulinresistenz einhergehen. Bei einer Insulinresistenz benötigt das Tier eine immer höhere Menge an Insulin, um den Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten. Durch die übermäßige Produktion kommt es zu einer Erschöpfung der ß-Zellen und damit einem klinisch manifesten Diabetes. Ursachen bei Katzen sind neben Tumoren oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, vor allem eine verminderte Insulinsensibilität und damit eine Insulinresistenz bedingt durch folgende Faktoren:

  • Übergewicht und Bewegungsarmut
  • Kohlenhydratreiches Fertigfutter (eine frische Ratte enthält 2 % Kohlenhydrate, manche Fertigfutter liefern bis zu 50 % der Energie aus Kohlenhydraten)
  • Bestimmte Medikamente wie Cortison und Gestagene
  • Geschlecht: selbst schlanke Kater haben eine geringere durchschnittliche Insulinsensibilität als weibliche Katzen.

Die Diagnose erfolgt über eine Blut- und Harnuntersuchung. Normalerweise wird über den Urin kein Zucker ausgeschieden, erst bei einem konstant erhöhten Blutzuckerspiegel wird die Nierenschwelle überschritten und Zucker kann im Urin nachgewiesen werden.

Infektionen, die aufgrund der verschlechterten Immunitätslage des zuckererkrankten Tieres auftreten (wie Blasen-, Zahnfleisch-, Haut- oder Ohrentzündungen) müssen unbedingt behandelt werden.

Insulinmangel verursacht zum Teil tief greifende Veränderungen im Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel. Glucose kann nicht mehr in die Zelle gelangen, es kommt zu einem Energiemangel in der Zelle. Der Körper versucht dies durch Mobilisation von körpereigenen Fettreserven und Abbau von Proteinen auszugleichen. Es entwickelt sich eine Störung der Leberfunktion. Unbehandelt verschlechtert sich das Allgemeinbefinden des Tieres zusehend, die terminale Phase kann zum Koma führen und endet rasch tödlich.

Die Prognose hängt von der Erkrankungsursache und einer frühzeitigen Diagnose und Therapie ab. Die Erkrankung erfordert vom Besitzer ein hohes Maß an Zeit-, Fütterungs-, und Bewegungsmanagement. Je früher die Problematik erkannt wird, desto höher sind die Chancen, dem Tier ein langes, beschwerdearmes Leben mit dem Diabetes zu ermöglichen. Für die Katzen gilt, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, kann es bei entsprechender Behandlung sogar zu einer Remission der Krankheit kommen. In diesem Fall können sich die ß-Zellen wieder erholen, und die Insulinproduktion selbst aufnehmen.

Die Behandlung des Diabetes bei Katzen stützt sich auf folgende Pfeiler:

  • Insulingabe
  • Ernährung
  • Behandlung von Begleiterkrankungen
  • Reduktion des Körpergewichts
  • Steigerung der Aktivität des Tieres

Die Insulingabe erfolgt in der Regel zweimal täglich.

Eine Kontrolle der Blutwerte ist regelmäßig notwendig in Form von Tagesprofilen, der Bestimmung der Nüchternglucose oder eines sog. Langzeitzuckerwertes (Fruktosamin). Die Blutzuckerwerte können zwischendurch auch vom Besitzer zu Hause überprüft werden, sog. Heimmonitoring. Dies vermindert den Stress für das Tier um ein Vielfaches und ermöglicht ein schnelles Erkennen von Unter- oder Überzucker und damit ein schnelles Regulieren der benötigten Insulinmenge. Abhängig von diesen Befunden wird die Insulinmenge nach Rücksprache mit dem Tierarzt angepasst.

Ein Kommentar

Wir freuen uns über einen Kommentar von dir!

Deine Email-Adresse wird anderen Tierarztfibel-Besuchern nicht angezeigt.Bitte fülle alle markierten * Pflichtfelder aus. *

*

Navigation
×