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Endoparasiten : Altbekanntes Problem – neue Erkenntnisse

Wie oft muss ich eine Katze entwurmen? Um dies zu entscheiden, sollte man wissen wo und wie sich das eigene Tier anstecken kann.

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Giardien

Giardien (Einzeller) gehören neben Spulwürmern zu den am häufigsten vorkommenden Darmparasiten bei Katzen. Bei Patienten mit Durchfall kann bei fast einem Viertel der Tiere ein Giardienbefall als Ursache nachgewiesen werden. Bei Welpen, Jungtieren oder Tieren aus Haushalten mit mehreren Tieren ist von einem noch deutlich höheren Prozentsatz auszugehen.

Symptome

In der Regel zeigen Jungtiere chronische oder wiederkehrende schleimige Durchfälle, selten mit Blutbeimengung, teilweise kombiniert mit Erbrechen. Als Folge der schlechten Nahrungsauswertung nehmen die Tiere ab oder kümmern.

Bei erwachsenen Tieren verläuft der Befall häufig symptomlos, sie scheiden aber die Erreger mit dem Kot aus.

Therapie

Zur Therapie ist in Deutschland nur ein Medikament (Panacur) für Katzen zugelassen. Das Präparat soll in zwei Intervallen verabreicht werden. Hygienemaßnahmen sind sehr wichtig, um eine Reinfektion zu vermeiden. Gerade bei Katzen, die gemeinsame Katzentoiletten verwenden, muss eine gründliche Reinigung erfolgen.

Dennoch gibt es gerade bei Katzen Patienten, die immer wieder unter Reinfektionen leiden. Hier ist es wichtig, diese regelmäßig zu behandeln, um die Ausscheidung möglichst gering zu halten.

Gefahr für den Menschen

Als Zoonoseerreger stellen sie auch für den Menschen eine Gefahr dar. Beim Menschen stellt ein Giardienbefall vor allem in Ländern mit mangelnder Hygiene ein Problem dar. Bei uns ist eine Übertragung von Katzen auf den Mensch möglich, Gott sei Dank aber nicht die Regel.

Dennoch raten wir, zumindest einmal jährlich bei der Jahresuntersuchung, eine Kotprobe auf Giardien untersuchen zu lassen. Leben kleine Kinder oder ältere Personen mit einem geschwächten Immunsystem mit Tieren zusammen, ist solch eine Untersuchung eventuell auch öfter anzuraten.

Spulwürmer- und Hakenwürmer

Spul- und Hakenwürmer kommen bei Katzen in jeder Altersgruppe vor. Welpen können sich bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch anstecken. Später erfolgt die Ansteckung über Wurmeier, die mit dem Kot ausgeschieden werden.

Symptome

Bei erwachsenen Katzen verläuft ein Befall mit Spul- und Hakenwürmern meist symptomlos. Bei Welpen hingegen können schwere Erkrankungen, wie starke Durchfälle, Erbrechen, Gewichtsverlust oder Kümmern hervorgerufen werden.

Gefahr für den Menschen

Auch der Mensch kann sich mit Spul- und Hakenwürmern infizieren. Besonders anfällig sind Kinder, da sie häufig sehr engen Kontakt zu den Tieren haben. Aber auch auf Spielplätzen und in Gärten reichern sich Parasiteneier an und bleiben Monate bis Jahre lebensfähig. Eine Untersuchung an holländischen Schulkindern ergab, dass bis zu 11% der Kinder mit Spulwurmlarven infiziert waren. Gott sei Dank verläuft eine Infektion beim Mensch meist symptomlos, befallene Kinder neigen jedoch häufiger zu allergischen Reaktionen wie Asthma, Bronchitis oder Ekzemen. In Einzelfällen kann es durch Wanderung der Larven auch zu einer Schädigung von Nervenbahnen, Gehirn oder Auge kommen.

Vorbeugung

Katzenwelpen werden ab der 3. Lebenswoche regelmäßig alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach dem Absetzen entwurmt.

Eine Entwurmung von erwachsenen Katzen muss mindestens alle drei Monate erfolgen.

Bei Kontakt mit Kindern, Senioren und immungeschwächten Personen sollte sie sogar monatlich erfolgen.

Da eine kürzlich durchgeführte Untersuchung auf Spulwürmer zeigte, dass 20% der betroffenen Katzen reine Wohnungskatzen ohne Freigang waren, wird nun auch bei Wohnungskatzen eine mindestens vierteljährliche Entwurmung empfohlen, da wir über Schuhe oder Fußmatten die infektiösen Wurmeier in die Wohnung tragen können.

Bandwürmer

Bei Katzen kommen verschiedene Bandwurmarten im Dünndarm vor. Die Ansteckung erfolgt durch Fressen von Nagetieren, die entsprechende Bandwurmstadien in sich tragen. Für Erkrankungen bei Menschen spielen nur die Echinococcusarten eine Rolle.

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist in Mitteleuropa ein weit verbreiteter Darmparasit des Fuchses (bis zu 70%) und tritt auch bei Katzen auf. Füchse scheiden mit dem Kot Parasiteneier v.a. in Lebensräumen der Zwischenwirte (Komposthaufen, Gemüsegärten usw.) aus. Katzen infizieren sich durch Aufnahme der Zwischenwirte.

Symptome

Der Befall von Katzen verläuft in der Regel asymptomatisch.

Gefahr für den Menschen

Bei Ansteckung mit Echinococcusarten kommt es beim Menschen zu Zystenbildung in der Leber und/oder anderen Organen Die so genannte alveoläre Echinococcose kann im Falle des Fuchsbandwurms für Menschen sogar tödlich sein.

Vorbeugung

Katzen, die Nagetiere jagen oder unbeaufsichtigt Auslauf haben,  sollen daher einmal monatlich gegen Bandwürmer behandelt werden

Auch in rohem Fleisch können Bandwurmstadien sein. Daher ist es wichtig, Fleisch entweder zu erhitzen (Kerntemperatur 65 °) oder das Fleisch eine Woche bei mindestens Minus 17°C einzufrieren, um die Bandwurmstadien abzutöten. Werden die eben besprochenen Maßnahmen nicht eingehalten, sollten Katzen, die Rohfleisch fressen, ebenfalls monatlich entwurmt werden.

Schlussfolgerung

Alle ausgewachsen Katzen sollten mindestens alle drei Monate entwurmt werden. In einzelnen Fällen kann eine monatliche Entwurmung nötig sein.

Grundsätzlich sind Kotuntersuchungen alternativ möglich. Um aber ein möglichst sicheres Ergebnis zu erzielen, müssen Sammelkotproben über drei Tage untersucht werden und die Häufigkeit entspricht den empfohlenen Entwurmungsschemen. Ein hundertprozentiger Ausschluss ist dennoch nicht möglich, da eine Kotprobe während der Entwicklungszeit der Würmern nach Infektion noch negativ ist beziehungsweise infektiöse Stadien unregelmäßig ausgeschieden werden. Daher empfehlen wir Kotuntersuchungen nicht als wirkliche Alternative zur Entwurmung.

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