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Felines Immunschwäche-Virus – FIV

Krankheit
Das felines Immunschwächevirus (FIV) ähnelt der Infektionskrankheit des Menschen mit dem humanem Immunschwächevirus (HIV).
Das FIV wird am häufigsten durch Bissverletzungen übertragen. Selten werden Katzen während einer Schwangerschaft über die Gebärmutter, über die Milch, oder durch einen Geschlechtsakt infiziert. Am häufigsten infizieren sich junge, unkastrierte Kater, die sich im Freien durch Rangordnungskämpfe Bissverletzungen zuziehen. Das Virus wird so über den Speichel in die Hautwunde „injiziert“.

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Genau wie beim HIV muss die Aufnahme dieses Virus nicht zwangsläufig zu einer  Krankheit führen. Genau wie beim felinen Leukämievirus (FeLV), muss das Virus erst einmal in die Zelle der Katze eindringen, um die DNA im Zellkern zugunsten des Virus verändern zu können. All dies ist abhängig von der aktuellen Immunabwehr und wie viele Viren es geschafft haben, in den Körper einzudringen.
Hat das Virus es geschafft, sich in die Zelle einzunisten, liegt nach einer kurzen symptomatischen Phase mit allgemeinen grippalen Symptomen, wie Fieber, Apathie, Inappetenz und manchmal gastrointestinalen Beschwerden, eine asymptomatische Phase vor, die bis zu sieben Jahre andauern kann. Im Anschluss kommt es dann leider zu einer Phase, die mit starken Symptomen gekennzeichnet ist, dem sogenannten AIDS-Syndrom. Genauso wie bei der Infektionskrankheit  HIV, ist in der Phase die Immunabwehr so geschwächt, dass die Katzen häufig an sogenannten Sekundärerkrankungen leiden, weil das Immunsystem die Patienten auch nicht mehr vor unkomplizierten Krankheiten schützen kann.

Diagnose

Die Symptome sind sehr unspezifisch; dennoch kann eine Blutuntersuchung erste Hinweise bei mehr oder weniger therapieresistenten Symptomen bieten. Des Weiteren gibt es gute Praxistestsysteme, die im Blut Antikörper gegen das Virus nachweisen können. Dieser ist nicht immer aussagekräftig, da es sehr auf das Stadium der Infektion ankommt und ob gerade genug Antikörper im Blut sind. Sollte der Test mal negativ sein, die Symptome allerdings nicht verschwinden, lohnt es sich einen erneuten Test nach drei bis vier Wochen durchzuführen.
Spezielle Labors bieten weitere Nachweismöglichkeiten des Virus an, die man am besten mit dem Tierarzt bespricht, was und wann bei Ihrer Katze sinnvoll wäre.

Therapie

Grundsätzlich ist es wichtig die Sekundärerkrankungen zu therapieren, da die eigentliche Viruserkrankung in diesem Sinne nicht zu heilen ist.
Bei positiven FIV-Katzen sollte schneller und aggressiver therapiert werden, da die Immunabwehr dieser Patienten so angegriffen ist.

Gegen FIV gibt es in Deutschland keine Impfung. Durch ein gutes, allgemein durch den Tierarzt verbreitetes Management, ist das Vorkommen in Deutschland sehr gering. Anzuraten sind frühe Kastrationen, um das Aggressionsverhalten von Katern im Freien zu minimieren und bei Verhaltensproblemen einen Spezialisten aufzusuchen.

Sollte Ihre Katze leider an FIV erkrankt sein, ist eine strikte Wohnungshaltung absolut anzuraten, damit Ihre Katze keine anderen Katzen infizieren kann.
Im Allgemeinen werden regelmäßige Blutuntersuchungen und Routinechecks beim Tierarzt empfohlen (mindestens 1 Mal pro Jahr), um immer genauestens den Gesundheitszustand abfragen zu können.

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