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Maulhöhlentumore bei der Katze

Tumore in der Maulhöhle sind bei Katzen zu circa 90% bösartig. Leider werden sie aufgrund ihrer Lokalisation oft erst im fortgeschrittenem Stadium erkannt.

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Symptome

Anzeichen für eine Veränderung in der Maulhöhle können anfangs sehr unspezifisch sein und ebenso bei entzündlichen Veränderungen, die bei Katzen sehr häufig sind, vorkommen. Die Katzen zeigen ein verändertes Fressverhalten, reduzierte Futteraufnahme und Gewichtsverlust, Speicheln und vermehrten Maulgeruch.
Bei genauerer Untersuchung kann eine asymmetrische Schwellung im Kieferbereich oder eine Umfangsvermehrung am Zahnfleisch oder Gaumen erkennbar sein. Auch Blutungen aus der Maulhöhle oder Ausfallen der Zähne sind bei tumorösen Veränderungen häufig.

Diagnostik

Bei einer verdächtigen Veränderung sollte immer eine gründliche Untersuchung der Maulhöhle in Narkose und eine Biopsie (Gewebeentnahme) des veränderten Gewebes durchgeführt werden. Das Probenmaterial wird anschließend in einem Speziallabor histologisch untersucht, um Art und Bösartigkeit eines Tumors beurteilen zu können. Auch die Lymphknoten dieses Bereichs müssen mit untersucht werden. Eine Feinnadelaspiration und mikroskopische Untersuchung dieser Zellen liefert Hinweise, inwieweit die Lymphknoten schon betroffen sind.
Weiterhin sollten Röntgenaufnahmen des Kiefers angefertigt werden, um das Ausmaß der Knochenbeteiligung zu beurteilen. Noch bessere Ergebnisse für eine Therapieplanung liefert das CT.
In jedem Fall sollten auch Röntgenaufnahmen der Lunge in drei Ebenen durchgeführt werden, um das Vorhandensein von Lungenmetastasen abzuklären.

Anhand der erhobenen Befunde kann das sogenannte Staging, also die Beurteilung in welchem Stadium sich der Tumor befindet, durchgeführt werden. Dies ist wichtig, um die Prognose für das Tier einzuschätzen und das weitere therapeutische Vorgehen für das Tier planen zu können.

Bösartige Tumore und Therapiemöglichkeiten

Das Plattenepithelkarzinom

Der häufigste Maulhöhlentumor (ca. 65%) der Katze ist das Plattenepithelkarzinom.
In der Regel sind ältere Tiere ab einem Alter von 10 Jahren betroffen.
Dieser sehr aggressive Tumor befindet sich meist im Kieferbereich, wächst sehr invasiv in das umliegende Gewebe und führt zur Auflösung der Knochenstruktur. Aber auch die Zunge kann betroffen sein. Eine Metastasierung in die Lymphknoten oder die Lunge sind nicht so häufig.
Unbehandelt werden die Katzen meist noch innerhalb eines Monats nach Diagnosestellung euthanasiert, da die Patienten meist erst im fortgeschrittenen Stadium vorgestellt wurden.
Beim Plattenepithelkarzinom ist eine chirurgische Entfernung und Strahlentherapie möglich, die Prognose für die Tiere ist dennoch schlecht. Auch eine Entfernung des Kieferknochens bringt bei der Katze keine deutliche Verbesserung der Prognose und wird von Katzen auch nicht so gut toleriert wie von Hunden.
Ein neueres Protokoll mit mehreren Bestrahlungen und intensiver Chemotherapie brachte in einer Studie eine Verlängerung der Überlebenszeit, eine Bestätigung durch weitere Fälle bleibt abzuwarten.

Das orale Fibrosarkom

Das Fibrosarkom findet sich hauptsächlich am Zahnfleisch, am Gaumen und der Lefzenschleimhaut. Dieser Tumor ist in der Regel derb, wächst ebenfalls sehr infiltrativ in das umliegende Gewebe und metastasiert erst in spätem Stadium.
Die vollständige chirurgische Entfernung ist Therapie der Wahl. Das Auftreten von Rezidiven ist sehr häufig.

Das maligne Melanom

Melanome in der Maulhöhle kommen bei Katzen seltener vor. Dieser Tumor ist ebenfalls sehr destruktiv, metastasiert aber viel häufiger als die oben genannten Tumore.
Da bei Diagnosestellung meist schon Metastasen aufgetreten sind, hat ein chirurgischer Eingriff nur noch palliativen Charakter.

Weitere therapeutische Optionen

Der Erhalt der Lebensqualität hat oberste Priorität. Daher ist ein gezieltes Schmerzmanagement von zentraler Bedeutung. Auch der Einsatz von Antibiotika ist sinnvoll, um sekundäre Infektionen zu verhindern.

Gutartige Tumore und ihre Therapiemöglichkeiten

Das Fibrom

Das Fibrom ist ein langsam wachsender Bindegewebstumor, der nicht invasiv wächst. Durch Verdrängung kann es aber zu Zahnfehlstellungen oder Lockerung von Zähnen kommen.Die chirurgische Entfernung ist kurativ.

Gingivahyperplasie

Diese reaktive Schleimhautwucherung wird durch z.B.  bakterielle Plaque oder Kronendefekte des Zahns ausgelöst. Nach Entfernung des Entzündungsreizes kommt es häufig zu einer spontanen Abheilung. Bei chronischen Veränderungen sollte das überschüssige Gewebe abgetragen werden.

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