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Aggression bei Kaninchen

In ihrem natürlichen Lebensraum leben Kaninchen in Familienverbänden mit strenger hierarchischer Ordnung, wobei sich mehrere Familien zu Kolonien zusammenschließen.

Kaninchen sind somit sehr sozial lebende Tiere.

Kaninchen1

Aggression stellt in der Natur ein Normalverhalten dar. Aggression dient dazu eine Bedrohung auf Abstand zu halten.

Bei der Haltung in menschlicher Obhut kann solch ein Verhalten aber zu Problemen im Zusammenleben mit Artgenossen oder auch dem Menschen führen.

Haben die Tiere nicht viel Möglichkeit ihren natürlichen Gewohnheiten, wie Laufen, Graben und Nagen nachzugehen, begünstigt dies die Entstehung von Verhaltensproblemen.

Aggression gegenüber Artgenossen

Eine häufige Ursache für Unverträglichkeiten unter den Kaninchen sind die Hormone. Zwei männliche unkastrierte Rammler dürfen auf keinen Fall zusammen gehalten werden, da es hier immer zu Rangordnungskämpfen kommt. Daher sollten männliche Tiere unbedingt kastriert werden. Kastrierte Böcke sind meist sehr ausgeglichen und friedfertig.

Aber auch bei weiblichen Tieren kann eine Kastration nötig werden. Auch hier können hormonell bedingt, zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Scheinträchtigkeit, Aggressionen auftreten.

Im Bedarfsfall darf mit einer Kastration nicht zu lange gewartet werden, da sonst ein Lernerfolg eintritt und dann durch eine Operation keine Verbesserung mehr erzielt werden kann.

Bei Gruppenhaltung können aber auch ein zu geringes Platzangebot oder mangelnde Rückzugsorte zu Attacken unter den Tieren führen. Manchmal spielt auch die Ressource Futter eine Rolle bei aggressivem Verhalten, wenn es sich zum Beispiel um beliebtes Grünfutter handelt. Es ist deshalb wichtig, das Gehege entsprechend zu strukturieren und Versteckmöglichkeiten zu schaffen.

Häufig treten Rangordnungskämpfe auf, wenn Gruppen neu zusammengesetzt werden oder neue Tiere in eine bestehende Gruppe hineinkommen. Ein Zusammengewöhnen sollte daher immer auf neutralem Boden oder in einem neu gestalteten Gehege stattfinden.

Aggression gegenüber Menschen

Aggression gegenüber Menschen tritt häufig bei Kaninchen auf, die in ihrer Sozialisierungsphase wenig oder keinen Kontakt mit Menschen hatten.

Aus Angst reagieren sie dann mit Angriff, da andere Reaktionen auf Angst wie Erstarren oder Flucht im Käfig für das Tier keinen Erfolg bringen. Als Beutetiere können sie z.B. ein Hineinfassen in den Käfig von oben aber auch ein nett gemeintes Streicheln als Bedrohung empfinden. Daher sollten vor allem Kinder zunächst zu Zurückhaltung im Umgang mit neu angeschafften Kaninchen angewiesen werden.

Von Kaninchenbesitzern werden weiterhin territoriale  Probleme beim Herausnehmen von Futterschüsseln oder Reinigen des Käfigs beobachtet.

Fazit

Um Problemen entgegen zu wirken oder zu vermeiden, sollte die Haltung von Kaninchen artgerecht sein und die Auswahl der Tiere so getroffen werden, dass ein harmonisches Zusammenleben möglich ist. Bei Fragen oder Probleme sollten Sie sich möglichst rasch an einen verhaltenstherapeutisch tätigen Tierarzt mit Kenntnissen im Heimtierbereich wenden.

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